Libe­ra­lis­mus hängt untrenn­bar mit Indi­vi­dua­lis­mus und Sub­jek­ti­vis­mus zusam­men. Der Hedo­nis­mus des wuchern­den Ichs und der infan­ti­le Urschrei nach radi­ka­ler Frei­heit sind Aspek­te unse­res Daseins, die, wenn sie zu seinem Zen­trum werden, es ganz zugrun­de rich­ten. Der Libe­ra­lis­mus baut auf einem radi­ka­len Frei­heits­be­griff auf, der jeder Bin­dung zuvor geht.

 

Dieser radi­ka­le Schrei nach Frei­heit lebt in jedem Men­schen. Man spürt einen Aus­druck davon, wenn man erlöst aus einem über­füll­ten Bus steigt, aus einer lang­wei­li­gen Arbeits­schicht oder  Vor­le­sung kommt, ja, wenn man sich aus dem Schlaf­sack stram­pelt, aus einer ver­ein­nah­men­den Bezie­hung los­kommt, einen ner­vi­gen Gesprächs­part­ner los wird usw. Es ist das blinde und trieb­haf­te Ver­la­gen, weg, raus und los zu kommen, das in den genann­ten Fällen als Reflex seinen Platz hat.

 

Der Libe­ra­lis­mus aber macht dieses Ver­lan­gen zum Wesens­kern des Men­schen. Damit bringt er alles in Unord­nung. Jede Bin­dung, egal ob schwach oder stark, ob rich­tig oder falsch, jede Bin­dung an sich wird damit zu einer Beein­träch­ti­gung des mensch­li­chen Wesens, dass man als totale Frei­heit miss­ver­stan­den hat. Die Frei­heit ist total oder gar nicht. Der Ein­zel­ne muss abso­lut auto­nom sein. Er darf nur über das bewer­tet werden, nur auf das stolz sein, was er abso­lut frei und völlig will­kür­lich geschaf­fen und getan hat. Alles, was seiner Will­kür ent­zo­gen ist — Her­kunft, Körper, Geschlecht, Aus­se­hen, Alter, Gene­tik, Zeit, Geschich­te, Natur, Schick­sal, Gemein­schaft, Ehe, Kinder, etc. — all das ist dem radi­ka­len Libe­ra­lis­mus grund­sätz­lich suspekt. Es sind Dinge die “von Außen” auf das auto­no­me Frei­heits­atom ein­wir­ken und es bean­spru­chen, von ihm ein Ver­hal­ten abver­lan­gen, das seine „Selbst­ver­wirk­li­chung“ ver­hin­dert. Jede Bin­dung wird für den Libe­ra­lis­mus eine abso­lu­te Beein­träch­ti­gung der abso­lu­ten Frei­heit.

 

Er erkennt nur das abso­lu­te, sub­jek­ti­ve Recht des je Ein­zel­nen an, das „Men­schen­recht“, dass jen­seits von aller Kultur, Her­kunft und Tra­di­ti­on eine meta­phy­si­sche Mär­chen­exis­tenz hat. Grund­sätz­lich hat keiner das Recht, Anord­nun­gen zu geben, grund­sätz­lich hat jeder Ein­zel­ne seine eigene, gleich­be­rech­tig­te Mei­nung und Welt­sicht, grund­sätz­lich gibt es keine Wahr­heit, son­dern nur eine totale Anar­chie auto­no­mer Ein­zel­a­to­me mit ihren pri­va­ten Ein­zel­welt­sich­ten und Ein­zel­in­ter­es­sen. Das ist das Men­schen­bild des Libe­ra­lis­mus.

 

Gemein­schaft gibt es für ihn nicht. Er erkennt sie nur als not­we­ni­ge Grund­la­ge für die Bedürf­nis­se des je Ein­zel­nen an. Der Drang zur Gesell­schaft ist ego­is­tisch-oppor­tu­nis­tisch. Der Drang zur Fami­lie ego­is­tisch-sexu­ell. Der Drang zur Fort­pflan­zung ist ego­is­tisch-absi­chernd. Der Drang zu Idea­len und Reli­gio­nen ist egos­tisch-macht­po­li­tisch. Alles, was außer dem Ich, seiner Selbst­er­hal­tung und Lust­ver­meh­rung liegt, wird für den Libe­ra­len letzt­lich inexis­tent. Es exis­tiert nur als Bedin­gung und Kom­pro­miss für den Ego­is­mus. Es gibt für ihn keine echte Gemein­schaft, die über das Ich hin­aus­geht. Die ein­zi­ge Bin­dung, die er aner­kennt ist der Ver­trag.

 

Der Ver­trag ist die Über­ein­kunft zweier abso­lut gleich­ge­stell­ter Indi­vi­du­en über ein belie­bi­ges Thema. Er ist not­wen­dig und zuletzt ein­sei­tig wieder künd­bar, sonst wäre es ein Kne­bel­ver­trag. Die Gesell­schaft, die Liebe, Kinder,  der Staat, die Reli­gi­on — all das wird für den Libe­ra­len zu einem rech­ne­ri­schen Ver­trag, der „Vor­tei­le“ brin­gen muss und, wenn er das nicht mehr tut, zu kün­di­gen ist. Damit führt jeder Wert, jede Regel, jede Norm letzt­lich wieder auf ein Kol­lek­tiv an Ego­is­men und ihren gemein­sa­men losen Kom­pro­miss zurück. Es endet wieder beim ato­ma­ren Ich.

 

Die Frei­heit des Ein­zel­nen endet da wo die Frei­heit des ande­ren anfängt.”

 

Das ist das Credo der libe­ra­lis­ti­schen Moral. Jeder hat eine poten­ti­ell unend­li­che Frei­heit und kann machen was er will, was ihm Freude und Lust berei­tet. Er darf dabei aber nie­mand ande­rem Unlust berei­ten, so die libe­ra­le Ein­schrän­kung des tota­len Frei­heits­an­ar­chis­mus, wie ihn die “dunkle Seite” der Auf­klä­rung — De Sade, Nietz­sche, und das Heer der Dar­wi­nis­ten, Machia­vel­lis­ten und Sata­nis­ten — ver­kün­det.

 

Diese Ein­schrän­kung ist letzt­lich abso­lut unbe­grün­det und lose. Sie hält sich nur in Frie­dens­zei­ten, wenn alle genug zu fres­sen und zu kopu­lie­ren haben. Wenn der Strom an Waren und Gütern jeden, bis auf ein paar Per­ver­se, seine Lust frei aus­le­ben lässt, ohne dabei ande­ren in die Quere zu kommen. So quie­ken die Libe­ra­len fröh­lich am über­schäu­men­den Fut­ter­trog und freuen sich über ihre ethi­sche Über­le­gen­heit. Aber wehe, wenn der Brei nicht mehr nach­ge­füllt wird.

 

Nichts hält das auto­no­me libe­ra­le Indi­vi­du­um letzt­lich davon ab, seine eigene und totale Frei­heit mit Gewalt durch­zu­set­zen. Nichts bindet es an Staat und Gemein­schaft. Wenn ein Krieg kommt, denkt es an Flucht. Wenn eine Krise kommt, an Aus­wan­de­rung. Sein Patrio­tis­mus ist eben­falls ego­is­tisch und wird gefei­ert, wenn es Spaß macht, aber abge­legt, wenn es Unlust brin­gen könnte. Das libe­ra­le Atom kreist im Nichts um sich selbst. Für es kann es keine echte Liebe geben. Denn echte Liebe ist Hin­ga­be. Es kann keinen echten Glau­ben geben, denn echter Glaube ist hin­ge­ben­des Ver­trau­en. Es kann keine echte Gebor­gen­heit geben, da jedes Haus und jeder Boden von seinem eige­nen Willen ins Nichts gesetzt wurde. Es gibt kein Gefühl der Sicher­heit, weil es genau weiß, dass jeder andere, genau wie es selbst, jeder­zeit die Ver­trä­ge der Gemein­schaft, die Freund­schaft, die Fami­lie und die Bezie­hung kün­di­gen könnte.

 

Wir haben gesagt, dass der Libe­ra­lis­mus einen Aspekt des Daseins, seinen Drang nach Frei­heit und sein Bewusst­sein der abso­lu­ten Eigen­stän­dig­keit, ver­ab­so­lu­tiert und zu seinem Wesens­kern erklärt. Wir wollen nun diesen Aspekt näher beleuch­ten und ihn in eine Gesamt­be­trach­tung des Daseins ein­ord­nen. Wir sind abso­lut frei, weil wir uns immer selbst auf­ge­ge­ben sind. Jeder hat sein eige­nes Leben zu leben und muss ihm einen Sinn geben. Keiner kann das dem ande­ren abneh­men. Was von außen auf mich ein­dringt, nimmt mir nie­mals meine eigene Lebens­füh­rung ab. Ich kann im herr­lichs­ten Reich­tum — vor vollen Schüs­seln und tau­send Frei­zeit­mög­lich­kei­ten — inner­lich getrie­ben, süch­tig, und unglück­lich sein. Ich kann in der tiefs­ten Armut — bei harter Arbeit und kleins­ten Wahl­mög­lich­kei­ten — heiter, ent­spannt und gelas­sen sein.

 

Ich bin in gewis­ser Weise selbst Dich­ter meines Lebens. Ja, ich muss jeden Tag neu bestim­men, was ich bin, was ich sein will, wie ich mich sehe und wie die ande­ren mich sehen sollen. Jedes neue Nach­den­ken über mich bringt neue Aspek­te hervor, jeder wei­te­re Tag ermög­licht mir die Rück­be­trach­tung des gest­ri­gen Selbst­bil­des, dass mir viel­leicht heute ganz ver­fehlt erscheint. Wenn wir alte Tage­buch­ein­trä­ge, alte Auf­sät­ze oder alte Bilder von uns anse­hen, fragen wir unwei­ger­lich: “Wer ist das? War das wirk­lich ich?” Wir ver­ste­hen uns selbst nicht mehr. Unsere Iden­ti­tät ist nichts sta­ti­sches und gege­be­nes- wir müssen uns ihrer immer selbst ver­ge­wis­sern.

 

Hier findet der Aspekt der Frei­heit und des Ent­wurfs statt. Was wir tun ist kon­sti­tu­tiv für das, was wir sind. Wie uns die ande­ren sehen ebenso. Wir erwe­cken mit unglaub­li­chem Auf­wand nach außen hin Ein­drü­cke und Ide­al­bil­der von dem, was wir gerne sein wollen und schaf­fen so Erwar­tungs­hal­tun­gen, in die wir erst hin­ein­wach­sen. Wir wech­seln stän­dig unsere Rollen, wir haben ein eige­nes Gesicht für jeden Men­schen, einen eige­nen Habi­tus für jeden Freun­des­kreis. Am wenigs­ten ertra­gen wir oft die Gesell­schaft von uns selbst, die Frage nach dem, was unter diesen Masken liegt. Manche Men­schen gehen jahr­zehn­te­lang betäubt durchs Leben und schaf­fen es, vor dieser Kon­fron­ta­ti­on mit sich selbst davon zu laufen.

 

Das ist die sub­jek­ti­ve Frei­heit, zu der wir ver­dammt sind. Wir nehmen alles — alles — unwei­ger­lich aus der Per­spek­ti­ve der ersten Person wahr. Jeder Ein­druck ist ein neues Bild der Welt, Spra­che, Begrif­fe und Logi­ken. Bezug­sys­te­me, die wir in dieses Chaos hin­ein­zeich­nen, wie Stri­che in den Strand, bis eine wei­te­re unvor­her­ge­se­he­ne Welle alles wieder in wabern­de Unbe­stimmt­heit zieht. Jede “Objek­ti­vi­tät” wird wieder letzt­lich sub­jek­tiv wahr­ge­nom­men. Die “objek­ti­ve Tat­sa­che”, dass vor deinen Augen ein Bild­schirm ist, setzt sich aus der anhal­ten­den Bestä­ti­gung aus tau­sen­den sub­jek­ti­ven Augen­bli­cken zusam­men. Was, wenn die Brille durch die du die Welt betrach­test, ver­zerrt ist? Was wird aus der Objek­ti­vi­tät, wenn sie aus tau­sen­den ver­zerr­ten, sub­jek­ti­ven Ein­zel­bil­dern zusam­men­ge­rech­net wurde?

 

Es gibt für das freie, in den Fluss der Zeit hin­ein­ge­stell­te Sub­jekt keine Gewiss­heit, nichts dass sich wie­der­holt, nichts das wie­der­kehrt und gleich ist, son­dern immer nur Ähn­lich­kei­ten, Ana­lo­gi­en und Struk­tu­ren, die kurz auf­blit­zen und als pro­vi­so­ri­sche Werk­zeu­ge, als Paddel im Meer der Unbe­stimmt­heit dienen. Der Libe­ra­le hört hier auf zu denken. Er nimmt das auto­no­me Sub­jekt, das im Rela­ti­vis­mus und Nihi­lis­mus däm­mert, als Mensch an sich. Die all­ge­mei­ne Moral, also meine sub­jek­ti­ve Aner­kennt­nis, dass die Men­schen um mich herum auch jeweils  Sub­jek­te mit sub­jek­ti­vem Schmerz­emp­fin­den und poten­ti­ell unbe­grenz­ter Frei­heit sind, wird von ihm ein­fach so vor­aus­ge­setzt. Ebenso die Tat­sa­che, dass es eine gemein­sa­me Welt gibt, die alle auto­no­men Sub­jek­te teilen: Das ist halt ein­fach so. Hier wird der Libe­ra­le wieder gläu­big.

 

Sein Bestre­ben ist es, diese gemein­sa­me Welt mög­lichst so ein­zu­rich­ten und zu kon­stru­ie­ren, als gäbe es sie nicht, mög­lichst einen der­ar­ti­gen Zustan­de her­zu­stel­len, als gäbe es je nur mein Ich. Das Ich, dass frei seinen Job, seinen Arbeits­ort wählt. Das in seinem selbst gemie­te­ten Appar­te­ment wohnt, das sich aus­sucht wo es heute sein Essen bestellt, in wel­chen Club es am Wochen­en­de geht, wel­chen Sex­part­ner es mit in sein Appar­te­ment nimmt, wel­ches Smart­pho­ne es als nächs­tes kauft, wel­chen Film es sich her­un­ter­lädt. Das jeder­zeit sein Appar­te­ment ver­las­sen kann, hinaus in die Stadt, in der rund um die Uhr Ver­kehrs­mit­tel zu 24h-Mals führen, in denen rund um die Uhr alles zu essen und zu kaufen ist. Alles und über­all.

 

Steigt man ins Flug­zeug und fliegt um den Globus, wartet in der nächs­ten Metro­po­le genau das­sel­be. Der Takt geht  bruch­los weiter, die Jobs, Marken und Ketten sind die glei­chen. Auch die Men­schen werden immer glei­cher. In jeder west­li­chen Metro­po­le das­sel­be mul­ti­eth­ni­sche “diver­si­ty-Gemisch”, die selben Bio­gra­phi­en, die selben faden Typen und faden Anzüge. Die Arbeit ist frei ein­teil­bar, sie ver­schmilzt mit der Frei­zeit und wird aus vielen klei­nen Pro­jek­ten und Anstel­lun­gen zusam­men­ge­stü­ckelt. Man jobbt: anonym, jeder­zeit künd­bar und kün­di­gungs­be­rech­tigt, immer mit einem Auge auf den Arbeits­markt schie­lend.

 

Genau­so führt man seine Bezie­hun­gen. Aber wenn man arbei­tet, dann total und buch­stäb­lich bis zur Erschöp­fung. Work hard — party hard. Man ver­mei­det alles Emo­tio­na­le in Bezie­hung und Job. Das bindet unnö­tig und macht den Wech­sel nur schwe­rer. Man ist ein Raub­tier und Ein­zel­gän­ger im urba­nen Dschun­gel. Nichts ist heilig, nichts ist groß. Man hat eine defen­si­ve Ironie per­fekt erlernt, die einen Groß­teil der Kom­mu­ni­ka­ti­on der sozia­len, beruf­li­chen und sexu­el­len “Inter­cour­ses” regelt.

 

Alles ist gere­gelt und vom Willen völlig frei gestalt- und form­bar wie Plas­ti­lin. Hin und wieder gönnt man sich die Eksta­se, das “Aus­flip­pen”, ja die roman­ti­sche Flucht. Die Unter­hal­tungs­in­dus­trie hat die roman­ti­sche Liebe, den heroi­schen Schlach­ten­tod, die irra­tio­na­le Phan­tas­tik, den Hard­core-Sex, den Folter-Sadis­mus und das kreisch­bun­te Infan­ti­le jeweils total destil­liert und als Genre abs­tra­hiert. Der Stoff ist so hart, so inten­siv, dass er eine eigene Welt schafft, in die wir uns jeweils flüch­ten können. Die teils gen­re­be­grün­den­den “Kult”-Filme und Bands der Sub-“kulturen”, von Inside Deepthroat über Bra­vehe­art, Rol­ling Stones, Metal­li­ca, Saw, Rocky-Horror Pic­tu­re Show, Tita­nic, Venom, Star Wars bis hin zu Easy Rider und wie sie alle heißen.

 

In ihnen delek­tiert der Pashu-Bloom sich para­si­tär an Gefüh­len und Emo­tio­nen, die aus Idea­len und Zeiten stam­men, die er selbst nicht ver­steht, die er als bar­ba­risch, unmensch­lich, patri­ar­cha­lisch, dik­ta­to­risch und vor allem unfrei ver­dammt. Da wird er ganz ver­träumt, die Äug­lein wäss­rig und nichts und nie­mand darf ihn stören: “I’m having a moment”. Wie bunter Schim­mel, wie far­bi­ge Abszes­se wuchern die tau­sen­den Sub­kul­tu­ren, die Manga, Tor­tu­re-Porn, Body­buil­ding, Hea­vy­me­tal, Vegan, Indus­tri­al, LARP, Mini­mal, Porno, Hiking, Death­me­tal etc. um das moder­ne Indi­vi­du­um herum und nehmen ihm die Schwie­rig­keit, sich eine Iden­ti­tät zu stif­ten, ab. Sie sind wie Bruch­bän­der für das lose und inkon­ti­nent gewor­de­ne Ich, das jeder­zeit im Nichts der tota­len Frei­heit, im Solip­sis­mus zu zer­flie­ßen droht. Hinter der bunten Viel­falt — jeden drit­ten Fun­ken­ar­ti­kel beto­nen wir das — glotzt ein und das­sel­be Gesicht des Libe­ra­lis­mus und Hedo­nis­mus und alle, alle stim­men sie ein:

 

Jeder soll das machen was er will, solan­ge er keinem ande­ren scha­det. Lass mich in Ruhe mit Poli­tik, ich will mein Ding machen.”

 

Alles wird gleich und gleich lang­wei­lig. Die knall­bun­te Viel­falt über­deckt den Kern, in dem alles zu einem Brei zusam­men­ge­fault ist. Der Libe­ra­lis­mus hat die west­li­che Welt so ein­ge­rich­tet, dass sie seinem Men­schen­bild der tota­len Auto­no­mie und tota­len Frei­heit, 24 Stun­den am Tag, 365 Tage im Jahr, ent­spricht. Seine pseu­do­lin­ke Avant­gar­de nagt bereits in ihren staat­lich pro­te­gier­ten Think-Tank Gift­la­bo­ren an den letz­ten Gren­zen der Frei­heit, an Geschlecht, Kör­per­lich­keit, Lebens­zeu­gung. Hor­mon­the­ra­pi­en, Sezier­mes­ser und Trans­hu­ma­nis­mus sind die gesell­schaft­li­chen Rea­li­tä­ten, die auf ihre absur­den, staats­fi­nan­zier­ten Theo­ri­en folgen.

 

Nur die Geset­ze des Mark­tes thro­nen eisern und unan­fecht­bar über dem Zoo der tota­len Frei­heit. Nur auf das stolz zu sein, was man selbst erreicht hat, gegen die “Dumm­heit” des Patrio­tis­mus zu sein. Die “Dumm­heit” und “Ängst­lich­keit”, auf eine Gemein­schaft stolz zu sein, auf etwas zu bauen, dass man nicht selbst ist, sich an etwas zu ori­en­tie­ren, das Jen­seits des auto­no­men Ichs und seiner Kör­per­funk­tio­nen liegt: das ist der neo­li­be­ral-mar­xis­ti­sche Zun­gen­schlag gegen alles Iden­ti­tä­re. Sie haben die Herr­schaft des Libe­ra­lis­mus akzep­tiert. Ihr Opium fürs Volk ist die mar­xis­ti­sche Utopie des “gren­zen­lo­sen Gleich­heits-Welt­frie­dens”, die in jeder zwei­ten Rede des US-Prä­si­den­ten beschwo­ren wird.

 

Der Hippie-Peace-Kult, der bereits eine ganze Gene­ra­ti­on geprägt hat, ver­mischt sich mit bil­li­ger New-Age-Eso­te­rik zur zahn­lo­sen “Frie­dens­de­mo”, zum antiglo­ba­len Anti­ka­pi­ta­lis­mus. Was er dem herr­schen­den Kapi­ta­lis­mus vor­wirft, ist letzt­lich die unvoll­kom­me­ne und unzu­rei­chen­de Umset­zung des Libe­ra­lis­mus, von “Frei­heit, Gleich­heit und Brü­der­lich­keit”. Er will den letz­ten Men­schen auch, nur ohne unan­ge­neh­me Neben­wir­kun­gen. John Len­nons “Ima­gi­ne” ist das “Magni­fi­cat” dieses erbärm­li­chen Kults, als dessen Jünger sich alle Insas­sen des Wes­tens offen­ba­ren wenn sie “mora­lisch” werden. Es wird aber meist von “It’s my life” über­tönt.

 

Es ist eine Welt der feind­se­li­gen Koexis­tenz von Ich-AGs, eine Welt  der ver­mass­ten, ein­sa­men Mona­den. Es ist eine schöne neue Welt. Und sie wuchert um den Globus. In den Herzen ihrer Metro­po­len haben die Uhren bereits zu ticken auf­ge­hört, ist durch die totale Gleich­schal­tung der Infra­struk­tur, der Öff­nungs­zei­ten und der Men­schen die Zeit unsicht­bar gewor­den. Das Ende der Geschich­te hat begonnen.Das heißt nichts ande­res, als dass jeder ein­zel­ne Tag eine Gleich­zei­tig­keit aller Mög­lich­kei­ten von Party bis Job bringt. Dass jede Sekun­de über­all alle alles machen, alles so fle­xi­bel und adap­tier­bar ist, dass man nir­gends Halt findet. Es ist die totale Kako­pho­nie, das Ende jedes Rhyth­mus und orga­ni­schen Lebens. Die west­li­che Metro­po­le ist die weiße Gum­mi­zel­le des libe­ra­len Indi­vi­du­ums, in der es sich tat­säch­lich ewig und unend­lich frei fühlen kann.

 

Doch dieser Aspekt der Frei­heit und Sub­jek­ti­vi­tät, der vom uni­ver­sa­lis­ti­schen Libe­ra­lis­mus tota­li­siert wird, erschöpft den Men­schen eben nicht total. Die Mach­bar­keit, die Tech­ni­sie­rung, die Natur­wis­sen­schaft und der Kapi­ta­lis­mus, die ihdem gemäß sind, stel­len kei­nes­falls die einzig mög­li­che Sicht­wei­se auf die Welt dar. Der Mensch ist sich selbst auf­ge­ge­ben und in ein Meer der Unbe­stimmt­heit gewor­fen, dass ihn stän­dig zum Ent­wurf und zur Bestim­mung zwingt. Er ist aber nie­mals und nir­gends auto­nom. Er ist kein nack­tes Wil­len­s­par­ti­kel, son­dern ein Wesen aus Fleisch und Blut. Er leibt und lebt. Willst du einen Beweis für die Falsch­heit des libe­ra­lis­ti­schen Men­schen­bil­des? Dann ver­su­che zehn Minu­ten nicht zu atmen.…

 

Wir sind von Anfang an in einer Art und Weise in der Welt, die wir uns nicht aus­ge­sucht haben. Das auto­no­me Ich kon­trol­liert nicht einmal seinen Körper zur Gänze, bereits der Schlaf und der Traum begren­zen seine Frei­heit in den Rhyth­mus von Tag und Nacht — der west­li­che Libe­ra­lis­mus zer­stört mit Party und Schicht­ar­beit beides gezielt.  Am Abend greift die Müdig­keit unwi­der­steh­lich nach uns und zieht uns sanft aus der Welt des auto­no­men Ichs ins Reich der Träume und des Unter­be­wuss­ten. Am Morgen wirft sie uns unver­se­hens wieder in die Wach­heit zurück.

 

Unser Leib, in all seinen Aspek­ten, ist nicht vom Himmel gefal­len. In unse­ren Orga­nen in unse­rem Gesicht, in allem zeich­net sich das Erbe und das Leben unse­rer Ahnen ab. Unser Denken ist noch weni­ger auto­nom. Es lebt in der Spra­che, wie der Mensch in seiner Haut. Die Spra­che die wir Spre­chen ist auch Erbe und Tra­di­ti­on, sie ist die Spra­che von Toten. Wir wach­sen in der Spra­che auf, die unsere Ahnen uns geschaf­fen haben und bilden sie für unsere Nach­fah­ren weiter.

 

Alles, was wir tun und ent­wer­fen, alles, worauf wir uns bezie­hen ist nichts dass wir — wie ein fal­scher Gott — “aus dem Nichts” geschaf­fen haben, es ist uns gege­ben, als Erbe auf­ge­ge­ben. Die Frei­heit ist nur ein Aspekt, nur ein Gelenk und Abschnitt im Voll­zug des Daseins. Sie ist nicht auto­nom. Sie gibt sich nicht selbst ihre Geset­ze, son­dern ist in eine eth­no­kul­tu­rel­le Tra­di­ti­on hin­ein­ge­setzt. Unser Leben und Dasein leitet sich unmit­tel­bar von der Geburt und der sexu­el­len Ver­ei­ni­gung ab. Wir ent­sprin­gen alle einer Ver­ei­ni­gung, einer Urge­mein­schaft und Urhoch­zeit in Form der Ver­bin­dung zweier Pola­ri­tä­ten. Das Dasein ist gar nicht allei­ne und iso­liert denk­bar. Es gibt kein Ich, kein Sub­jekt, dass erst aus seinem Gehäu­se hinaus in die Welt, zu den ande­ren und zu den Dingen geht. Wir sind immer schon bei den Dingen, in der Welt und mit den ande­ren. Das auto­no­me Ich, im Krieg Jeder gegen Jeden, von dem alle Ver­trags­theo­ri­en der Moder­ne aus­ge­hen, hat es nie gege­ben.

 

Ebenso gibt es kein reines Bewusst­sein, son­dern immer nur Bewusst­sein von etwas, sehen von etwas, hören von etwas. Das Allei­ne­sein, das nichts sehen und nichts hören, sind nach­träg­li­che Formen des ursprüng­li­chen In-der-Welt-Seins,  in denen uns Gemein­schaft, sehen, hören, etc. erst rich­tig bewusst werden. Die Sub­jek­ti­ve Frei­heit in der Deu­tung, in der Spra­che, in der Kunst, in der Gestal­tung unse­rer Lebens­welt — all das ist nur ein Arbei­ten und Umge­hen mit etwas, das uns bereits gege­ben wurde. Die totale Will­kür, der Nihi­lis­mus und die Gleich­gül­tig­keit, mit der wir damit umge­hen, ist ein abso­lu­tes Novum. Der Gedan­ke der Belie­big­keit und des Rela­ti­vis­mus bricht erst in uns voll hervor. Das libe­ra­le Indi­vi­du­um, das auf Des­car­tes cogito zurück­geht sam­melt alle Bedeu­tung, alle Wahr­heit, alle Werte in sich selbst und ent­wer­tet damit die Welt. Nietz­sche sagt:

 

Die Welt ist leer, sinn­los und öde- alle Werte sind vom Men­schen erfun­de­ne, sozio­bio­lo­gisch not­wen­di­ge Stüt­zen. Die Welt ant­wor­te­te nicht, sie gibt sich nicht, sie ist nur leerer Raum und leere Zeit. Vor Des­car­tes war es für unser Denken selbst­ver­ständ­lich, dass die gesam­te Natur beseelt ist. Die Seele war ein Wirk­prin­zip, das auch über dem mensch­li­chen Intel­lekt und Bewusst­sein stand. Mit Des­car­tes wurde dieses Bewusst­sein mit der Seele gleich­ge­setzt. Die gesam­te rest­li­che Welt, samt Tieren und Pflan­zen wurde zur toten Mate­rie (kon­kret nennt Des­car­tes Tiere “Maschi­nen”), zur poten­ti­el­len Illu­si­on erklärt. Nur ein blas­ser und grund­lo­ser “Glaube” ließ die ande­ren Men­schen als eben­sol­che sub­jek­ti­ven “Denk­sa­chen” (res cogi­tans) gelten.

 

Das libe­ra­le Indi­vi­du­um ist eine Erfin­dung Des­car­tes. Es lässt sich durch die Idee der abso­lu­ten Frei­heit und Selbst­ver­wirk­li­chung ver­füh­ren. Es hat eine pani­sche, neu­ro­ti­sche Angst vor Unter­ord­nung und Ein­fü­gung. Am wenigs­ten will es sich geis­tig unter­ord­nen, am wenigs­ten gefällt ihm die Vor­stel­lung der Wahr­heit. Jede Bin­dung und jede Wahr­heit wird von ihm als Tyran­nei und Dogma wahr­ge­nom­men. Warum? Wir sagten es bereits: Weil es den Frei­heits­as­pekt des Men­schen zu seinem Zen­trum macht und damit tota­li­siert, wes­we­gen jede kleins­te Ver­min­de­rung eine totale Wesens­ver­nei­nung des Men­schen ist, die nur als ego­is­tisch beding­ter, jeder­zeit lös­ba­rer Ver­trags­kom­pro­miss ertrag­bar wird.

 

Der Mensch, der als sein Zen­trum die Frage nach Sinn erkennt, ist bereit, was die periphä­ren Gebie­te seines Daseins, seine Lust, seinen Frei­heits­re­flex betrifft, Gren­zen zu ziehen. Diese sind keine Ein­schrän­kung, genau so wenig wie die For­mung einer Skulp­tur aus Stein eine Ein­schrän­kung des Steins ist, genau so wenig wie die Kon­zen­tra­ti­on der Pedal­kraft eines Fahr­rads und ihre Über­tra­gung auf die Räder eine Ein­schrän­kung ist. Tat­säch­lich ist die Angst des Libe­ra­len vor Bin­dung, vor Gemein­schaft, vor der Akzep­tanz von  Her­kunft, Körper, Geschlecht, Aus­se­hen, Alter, Gene­tik, Zeit, Geschich­te, Natur, Schick­sal, Gemein­schaft, Ehe, Kinder, etc. unbe­grün­det.

 

Er fürch­tet die totale Domi­nanz einer Will­kür­herr­schaft und eines uni­ver­sa­lis­ti­schen Wahr­heits­dog­mas. Das ist die Furcht des Diebes vor Dieb­stahl. Denn dog­ma­ti­scher, seins­ver­ges­se­ner Uni­ver­sa­list, der einen Aspekt der Wirk­lich­keit ver­ab­so­lu­tiert, ist er selber. Will­kür­li­cher Egoist und Hedo­nist ist er auch selber. Er glaubt, weil es für ihn keine Wahr­heit und keine Werte, son­dern nur Macht­wil­len gibt, dass jede Unter­wer­fung unter einen Wert eine Unter­wer­fung unter den­je­ni­gen ist, der diesen Wert “erfun­den” hat. Er will sich aber nie­man­dem unter­wer­fen, weil er von sich selbst am besten weiß, dass alle Libe­ra­le ego­is­ti­sche Arsch­lö­cher sind. Er hat keinen Respekt vor sich selbst. Dienen kann nur der, der auch herr­schen kann. Herr­schen kann nur der, der auch jeman­dem wie sich selbst dienen würde — eine wich­ti­ge Selbst­über­prü­fung für alle Iden­ti­tä­ren in lei­ten­den Posi­tio­nen!

 

Der Libe­ra­le hat also vor sich selbst Angst. Ein Iden­ti­tä­rer will die Ein­fü­gung in eine gerech­te Gesell­schaft, die gerade gegen Tyran­nei, gegen Aus­beu­tung, gegen Zen­tra­lis­mus, aus­ufern­de Staats­ge­walt und Kon­trol­le, als orga­nisch-sub­si­diä­re Gemein­schaft begrün­det ist. Wenn der Libe­ra­le diese Ein­fü­gung in die eth­no­kult­rel­le Gemein­schaft bereits als totale Tyran­nei sieht, pro­ji­ziert er sich selbst auf den Iden­ti­tä­ren. Er denkt, klas­sisch uni­ver­sa­lis­tisch, alle seien so ego­is­ti­sche Blooms wie er selbst und traut daher nie­man­dem. Der Tota­li­ta­ris­mus, der totale Staat, die totale Mobil­ma­chung — das sind die not­wen­di­gen Gegen­parts zum Libe­ra­lis­mus, zum Nacht­wächter­staat und zur Auf­lö­sung aller Dinge. Sie brau­chen ein­an­der wie Sadist und Maso­chist beim Sado­ma­so. Was sie ver­bin­det ist der Uni­ver­sa­lis­mus. Seine Über­win­dung über­win­det beides.

 

Was macht ein Maso­chist ohne Sadist? Wenn der Libe­ra­le meint, jede Bin­dung, die nicht seiner pri­va­ten Will­kür frei­ge­stellt ist, würde seine Frei­heit total zer­stö­ren, so sieht er Bin­dung an sich als totale Unter­drü­ckung. Doch zur Unter­drü­ckung braucht es einen Unter­drü­cker. Es braucht ein Wesen, das — ego­is­tisch und agres­siv — nur seinen eige­nen Willen durch­setzt, den es als abso­lut und letz­ten Wert setzt. Es braucht also wieder einen Libe­ra­len. Der Libe­ra­le hat Angst vor einer Bin­dung, welche ihm ein ande­rer Libe­ra­ler aus libe­ra­lis­tisch-ego­is­ti­schen Gesichts­punk­ten auf­er­le­gen könnte. Er hat die berech­tig­te Angst davor, in den Stru­del einer ego­zen­tri­schen, tota­len Frei­heit eines Ande­ren hin­ein­ge­zo­gen zu werden.

 

Was aber, wenn der Typus des Libe­ra­len durch die Dezen­trie­rung des auto­no­men, tota­li­tä­ren Sub­jekts zer­schla­gen würde? Bin­dun­gen würden sich an ewigen Geset­zen, an Ganz­hei­ten und Gemein­schaf­ten ori­en­tie­ren, nicht aber Will­kür­herr­schaf­ten eines libe­ra­len Sub­jekts sein. Die Unfrei­heit, Knecht­schaft und Ver­ge­wal­ti­gung, die der Libe­ra­le in jeder iden­ti­tä­ren Gemein­schaft ver­mu­te­te, ist der Libe­ra­lis­mus selbst — in ande­rer Gestalt. Der Libe­ra­lis­mus schützt sich mit seinen ängst­li­chen, defen­si­ven Rege­lun­gen und “Men­schen­rech­ten” vor dem poten­ti­el­len Chaos und dem poten­ti­el­len Tota­li­ta­ris­mus, den er selbst erst in der Inten­si­tät ermög­licht hat.

 

Er hat Angst vor der Ver­ge­wal­ti­gung, die er selbst ande­ren zufü­gen würde, wenn er könnte. Er nennt Iden­ti­tä­re “ängst­lich”, “beschränkt”, “ent­mün­digt”, “kol­lek­ti­vis­tisch”, also letzt­lich “maso­chis­ti­sche Schwäch­lin­ge, die sich Volk und Kultur unter­ord­nen”, weil er selbst ein Sadist ist und keine andere Bezie­hung zwi­schen Indi­vi­du­en als Gewalt, Bru­ta­li­tät und bes­ten­falls Gleich­gül­tig­keit kennt. Er hat vor sich selbst Angst. All seine Vor­wür­fe gegen uns tref­fen ihn selbst. Unsere Kritik geht tiefer: Sie geht nicht nur gegen die tota­li­tä­re Frei­heit des Ichs, son­dern auch gegen die tota­li­tä­re Unfrei­heit, die daraus theo­re­tisch und logisch folgt. Sie bekämpft Tota­li­ta­ris­mus und Anar­chis­mus, Uni­ver­sa­lis­mus und Rela­ti­vis­mus glei­cher­ma­ßen.

 

Das Schlacht­feld in diesen Kampf sind wir dabei jeweils selbst. Denn in jedem, wirk­lich jedem von uns leben jahr­hun­der­te­al­te Muster des Libe­ra­lis­mus und Indi­vi­dua­lis­mus. Gerade der Sub­jek­ti­vis­mus brach im unre­flek­tier­ten Nietz­schea­nis­mus weiter Teile der Neuen Rech­ten erup­tiv hervor und ver­pes­tet bis heute unser Lager, schafft schäd­li­che Ideen und schäd­li­che Typen. Wir sehen es über­all und vor allem in uns: In der man­geln­den Bereit­schaft zu dienen, in der man­geln­den Fähig­keit zu führen. In der man­geln­den Bereit­schaft sich geis­tig ein- und unter­zu­or­den, wirk­lich zu Quel­len und in die Tiefe zu gehen, wirk­lich zu stu­die­ren, wirk­lich Dinge zu Ende zu denken und Kon­se­quen­zen zu ziehen.

 

Bekämpft das innere Ich-Schwein in euch, als wäre es der Uni­ver­sa­lis­mus höchst­per­sön­lich. Er ist es näm­lich. Hinter den Mauern der libe­ra­lis­ti­schen “Frei­heit” liegt der Reich­tum des ganzen Daseins. Bre­chen wir gemein­sam aus dem Gefäng­nis der libe­ra­len Monade aus. Tear down the walls of free­dom!