Oswald Speng­ler gehört zu den großen Gestal­ten, die man ganz beson­ders gern in seinen Reihen weiß. Alles an ihm ist Cha­rak­ter, Ein­zig­ar­tig­keit, Geheim­nis und Nimbus. Seine Bücher sind solche, die am liebs­ten bei herbst­li­chem oder win­ter­li­chem Wetter, zu später Stunde in einer immer ein­sa­mer wer­den­den Biblio­thek gele­sen werden. Sie sind wohl auch in einer so gear­te­ten Atmo­sphä­re ver­fasst worden. Die Stim­mung, die sich durch Speng­lers kom­ple­xes und großes Werk zieht, ist durch und durch Deutsch und lässt ein tiefes iden­ti­tä­res Ver­lan­gen des Ver­fas­sers spüren, dass den Leser ergreift und nicht mehr los­lässt, als ob eine Hand aus dem Buch nach ihm fassen würde.

 

Speng­ler ist ein Syn­onym für den Kul­tur­pes­si­mis­mus. Tat­säch­lich waren weite Teil der Aka­de­mi­ker zu der Zeit, in der er sein opus magnum ver­fass­te, von einer melan­cho­li­schen Grund­stim­mung erfasst. Viel ist dar­über von ver­schie­dens­ter Seite geschrie­ben worden – am bekann­tes­ten ist wohl Freuds Wort vom „Unbe­ha­gen in der Kultur“. Auch die dama­li­gen Kunst­rich­tun­gen Sym­bo­lis­mus, fin de siecle, etc., die ihrer­seits auch in den letz­ten Zügen lagen, spie­geln einen als all­ge­mein emp­fun­de­nen Ver­fall wider. So traf Oswald Speng­lers „Unter­gang des Abend­lan­des“ den Nerv der Zeit, was seinen immensen Erfolg erklärt. Wir wollen uns wie immer nicht mit bio­gra­phi­schen Details auf­hal­ten oder sein Werk psy­cho­lo­gi­sie­ren, son­dern es in seiner Bedeu­tung für uns im Hier und Jetzt betrach­ten.

 

Wider das Ende der Geschichte

 

Oswald Speng­lers Geschichts­mor­pho­lo­gie ist bis heute ein großer Trumpf unse­res Lagers gegen die Mär vom „Ende der Geschich­te“, die allen uni­ver­sa­lis­ti­schen Ideo­lo­gi­en anhaf­tet wie der Gestank dem Säufer. Sie ist der deut­lichs­te Aus­druck ihrer Hybris, eine totale, zeit­lo­se und objek­ti­ve Welt­erkennt­nis erlangt zu haben und damit auch die Geschich­te, bere­chen­bar wie eine Wis­sen­schaft, vor­an­trei­ben zu können. So wie angeb­lich alle Moral und Phi­lo­so­phie logisch im uni­ver­sa­len Dogma der „Mensch­heit“, alle Poli­tik logisch im Welt­staat münden muss, so muss die Geschich­te logisch im Ende der Geschich­te auf­hö­ren. Da es nur das eine Dogma gibt, so kann es auch nur eine Mensch­heit und ihre eine Geschich­te geben. In diesem Lichte sind die aktu­ell „fort­schritt­lichs­ten“ und stärks­ten poli­ti­schen Akteu­re auch die „gott­ge­fäl­ligs­ten“ – es sind jene, die an der Spitze der Mensch­heits­her­de die­sel­be zur Wahr­heit und zum Ende führen.

 

Dieses abso­lu­te Ende der Geschich­te wird also mit dem Errei­chen des abso­lu­ten Ideals gleich­ge­setzt. Je weiter die Geschich­te „vor­an­schrei­tet“, desto näher kommt man ihm (wes­we­gen man „über“ und „vor“ den Tra­di­tio­nen der Ver­gan­gen­heit steht). Alle Hoff­nun­gen und Uto­pi­en werden auf dieses Ende hin pro­ji­ziert. Alles Leid und alle Mühe sollen ihr Ende finden. Noch wich­ti­ger und fata­ler ist, dass im Gegen­zug zur Errin­gung dieser all­ge­mei­nen Erlö­sung auch jede Grau­sam­keit mora­lisch gerecht­fer­tigt werden kann. Dieses uni­ver­sa­lis­ti­sche Dogma hatte schon viele Namen. Mal war es das Para­dies, dann der Kom­mu­nis­mus, heute strei­ten der Westen und der Islam darum, ob es sich als geein­te Mensch­heit in der Umma oder im Welt­markt erfül­len soll.

 

Gemein war und ist allen Ver­tre­tern des Uni­ver­sa­lis­mus, dass sie in seinem Namen alles recht­fer­ti­gen, alles zer­schla­gen, alles ver­ein­heit­li­chen, auf alles Fremde her­ab­bli­cken und jede eigene Tra­di­ti­on auf den Müll­hau­fen der Geschich­te werfen — Aus­nah­me hier­von ist natür­lich die Tra­di­ti­on der eige­nen Ideo­lo­gie, die im Schutz ihrer Pflug­wel­len durch die Welt­ge­schich­te ent­steht und mit ihrer Aus­rich­tung auf das „Ende“ hin gerecht­fer­tigt wird. Diese fatale Dok­trin mit ihren unzäh­li­gen ideo­lo­gi­schen Aus­prä­gun­gen, als deren wich­ti­ger Aspekt sich das „Ende der Geschich­te“ dar­stellt, hatte immer schon ihre iden­ti­tä­ren Gegen­spie­ler. Anders als sie haben wir aber kein ein­heit­li­ches, geschlos­se­nes Welt­bild, keine fest­ste­hen­den, letz­ten Prin­zi­pi­en. Gerade im Anbe­tracht des Heute sind wir nicht so tod­si­cher wie unsere Gegner, dass das Morgen einen „Fort­schritt“ hin zum Ende der Geschich­te dar­stellt. Unser Denken ist nicht so strikt linear darauf aus­ge­rich­tet, unsere Schau der Welt ist syn­op­tisch.

 

Das ver­dan­ken wir zu einem guten Teil Oswald Speng­ler. Er ver­setz­te dem abs­trak­ten, auf­ge­bla­se­nen Denken von der „Welt- und Mensch­heits­ge­schich­te“, das in der Tra­di­ti­on Hegels steht, einen schar­fen Hieb, von dem es sich lange nicht erhol­te.

 

Die Mensch­heit ist ein leeres Wort. Man lasse dies Phan­tom aus dem Umkreis der his­to­ri­schen Form­pro­ble­me schwin­den und man wird einen über­ra­schen­den Reich­tum wirk­li­cher Formen auf­tau­chen sehen.“

 

Speng­ler durch­schau­te das Gerede von Fort­schritt und all­ge­mei­ner Ent­wick­lung. Er erkann­te im über­all auf­kei­men­den Inter­na­tio­na­lis­mus, ob nun in den Ver­samm­lun­gen der Pro­le­ta­ri­er oder den Salons der Kos­mo­po­li­ten, keine Wei­ter­ent­wick­lung, son­dern nur den Selbst­ver­lust. Im auf­kom­men­den Pazi­fis­mus sah er kein neues Ideal, keine neue Epoche der Mensch­heit, son­dern — in spä­te­rer Über­ein­stim­mung mit Carl Schmitt — die Alters­schwä­che des grei­sen Euro­pas.

 

Speng­ler war kein Pro­phet — er stieß gerade alle jene Pro­phe­ten vom Thron, welche die geis­ti­gen Ver­falls­er­schei­nun­gen der euro­päi­schen Kultur als ihre neue und ver­bes­ser­te Ent­wick­lungs­form anprie­sen. Sein Kampf war gegen die geis­ti­ge Deka­denz gerich­tet. Gemünzt auf die mental Schwa­chen, die es immer nach dem Abs­trak­ten und Abso­lu­ten zieht, weil sie zu müde sind und ihr Geist zu schwam­mig ist um in kon­kre­ten Formen zu denken.Spenglers Geschichts­phi­lo­so­phie, die keine „Mensch­heits­ge­schich­te“, son­dern die jeweils eigene Geschich­te ein­zel­ner Kul­tur­krei­se kennt, ist der zykli­sche, eth­nop­lu­ra­lis­ti­sche und lebens­be­ja­hen­de Gegen­schlag zu einer linea­ren Geschichts­schrei­bung des Todes, die auch nicht mit dem lau­tes­ten Fort­schritts­ge­trom­mel über ihre innere Lebens­mü­dig­keit hin­weg­täu­schen kann.

 

Speng­ler ein lebens­be­ja­hen­der Gegen­schlag? Der Phi­lo­soph, der den Unter­gang des Abend­lan­des pro­kla­mier­te und in der Zivi­li­sa­ti­on das unaus­weich­li­che Schick­sal jeder Kultur sah? Ja genau! Denn Leben und Tod sind nicht etwa völlig ent­ge­gen­ge­setz­te Kräfte, so wie auch Speng­ler lieber von der Voll­endung einer Kultur als von ihrem Unter­gang sprach.

 

Speng­lers memen­to mori, wel­ches er auf die Kultur bezog, war das schar­fe Schwert, dass er gegen die Unsterb­lich­keits- und Ewig­keits­uto­pi­en der moder­nen Ideo­lo­gi­en aus der Schei­de zog. Er mahnte die kom­mu­nis­ti­schen Agi­ta­to­ren, genau­so wie die Kolo­ni­sa­to­ren des Spät­ka­pi­ta­lis­mus: Ihr seid letzt­lich Teil eines Kul­tur­krei­ses, der sterb­lich ist. Auch eure abs­trak­ten über­zeit­li­chen Gedan­ken­ge­bil­de werden euch nicht vor seiner Sterb­lich­keit retten, und was ihr gerade tut, eure Gedan­ken und euer Wirken sind der Sarg­na­gel zum Tod Euro­pas! Die starke Beto­nung der Ver­gäng­lich­keit in Speng­lers Werk ist also vor allem durch die Fort­schritts- und Unsterb­lich­keits­phan­ta­si­en seiner Zeit zu begrei­fen.

 

Was wir ihm verdanken

 

Hier liegt die unglaub­li­che Bedeu­tung Speng­lers: Er stutz­te die uni­ver­sa­lis­ti­schen Aus­wüch­se der Moder­ne, die säku­la­ri­sier­ten Apo­ka­lyp­ti­ker, auf den Boden zurück aus dem sie ent­wach­sen waren — das ster­ben­de Europa. Er zog der Hybris des west­lich-uni­ver­sa­len Blicks den Boden unter den Füßen weg. Die „letzte Wahr­heit“, in deren grel­lem Licht man meinte die Welt aus­ge­leuch­tet zu sehen, war tat­säch­lich die Refle­xi­on der eige­nen, gierig fun­keln­den Augen. Die Sehn­sucht nach Erlö­sung vom fal­schen Leben im Ende der Geschich­te, wel­ches im ideo­lo­gi­schen Neben­meer als Irr­licht tanzte, war in Wirk­lich­keit die Sehn­sucht nach dem eige­nen Ende, dass wie ein Toten­schä­del aus dem Trug­bild des „Welt­frie­dens“ her­vor­g­rins­te.

 

Speng­ler zeigt in seiner Kul­tur­kreis­leh­re indi­rekt, dass das grelle Licht, wel­ches eine uni­ver­sa­lis­ti­sche Ideo­lo­gie auf die Welt wirft, dem Betrach­ter ihre Zwi­schen­tö­ne und ihre Viel­falt ver­schließt, wie der Strahl einer Taschen­lam­pe im nächt­li­chen Wald. Die Behaup­tung, die „abso­lu­te Wahr­heit“ in der Welt des Wer­dens gefun­den zu haben, ist stets nur der trau­ri­ge Beweis, die eigene enge Welt­sicht ein­ge­fro­ren und ver­ab­so­lu­tiert zu haben.

 

Es gibt so viel Mora­len als es Kul­tu­ren gibt – nie­mand hat hier die freie Wahl. (…) Jede Kultur hat ihren eige­nen Maß­stab, dessen Gül­tig­keit mit ihr beginnt und endet. Es gibt keine all­ge­mein mensch­li­che Moral.

 

Wir Iden­ti­tä­ren können viel, sehr viel, von Speng­ler lernen. Die Ver­gan­gen­heit ist nicht über­holt und liegt nicht hinter uns. Fort­schritt, der weg von der eige­nen Iden­ti­tät führt, ist keiner. Jede Epoche hat ihren eige­nen Wert, ihre eigene Aus­sa­ge und ein Anrecht auf ihr eige­nes Wesen. Jede Kultur hat das Recht auf ihre eigene Ver­wirk­li­chung, das Recht auf ihren eige­nen Unter­gang.

 

Wie wir ihn verstehen

 

Hier tritt auch wohl erst­mals ein gewis­ses Befrem­den bei jenen jungen, gesun­den Idea­lis­ten auf, die unsere Texte hof­fent­lich ver­mehrt lesen. War Speng­ler nicht zu sehr auf das Ende fixiert? Ist es über­haupt sinn­voll, für die eigene eth­no­kul­tu­rel­le Iden­ti­tät zu kämp­fen, wenn sie eines Tages unbe­dingt unter­ge­hen muss? Dies ist eine wich­ti­ge Frage, die wir nicht durch mora­li­sche Sprü­che abtun wollen. Hier geht es um Essen­ti­el­les. Der große Hei­mat­dich­ter Peter Roseg­ger sagte einmal:

 

Es geht ewig zu Ende und im Ende keimt ewig der Anfang.“

 

Jeder, der bei Speng­lers Meta­phy­sik des Unter­gangs ein allzu star­kes Befrem­den ver­spürt, sollte sich einmal mit dem Gedan­ken der eige­nen Sterb­lich­keit ver­traut machen. Viel­leicht sogar nachts, nach der Lek­tü­re Speng­lers, wenn die Biblio­thek schon geschlos­sen hat und man durch die leeren Hallen seiner Fakul­tät schrei­tet. Es geht hier um nichts weni­ger, als zwei unter­schied­li­che Hal­tun­gen zum Leben und zur Wahr­heit. Die eine sieht immer auf die Folgen, schielt nach dem schein­bar Abso­lu­ten, den Uto­pi­en hin und läuft den moder­nen Dogmen hin­ter­her – Rich­tung Mensch­heits­fort­schritt. Sie will nur das tun, was von der Warte der „Mensch­heit“ ratio­nal und logisch ist, lässt nur Hedo­nis­mus und Natur­wis­sen­schaft gelten und kri­ti­siert jeden Idea­lis­mus und jede Tra­di­ti­on erbar­mungs­los in Grund und Boden. Sie ver­steckt sich per­sön­lich hinter „objek­ti­ven Geset­zen“ und „huma­nis­ti­schen Wahr­hei­ten“.

 

Der ande­ren Hal­tung geht es um die Tat, mehr als um ihre Aus­wir­kun­gen. Sie ist die Hal­tung, die den letz­ten Wäch­ter von Pompei erfüll­te. Sie will unter den gege­be­nen Umstän­den das Beste machen, eine Spur hin­ter­las­sen und Dich­ter ihres Daseins werden und sein. Sie will nicht die Welt, ihr reicht ein orga­ni­sches Reich. Ihre Kraft ist nach innen gerich­tet und ihr ist jener schöne Spruch eigen, der lautet: Sieg oder Unsieg liegt in Gottes Hand, der Ehre sind wir selber Herr und König!

 

Speng­ler selbst mag in seinen pes­si­mis­ti­schen Pas­sa­gen Teil eben des Ver­falls gewe­sen sein, den er denun­zier­te. Einem jungen und gesun­den Volk wird kein sol­cher Phi­lo­soph gebo­ren. Doch in seinen poli­ti­schen Schrif­ten, etwa dem „Preu­ßi­schen Sozia­lis­mus“ oder „Über die poli­ti­schen Pflich­ten der deut­schen Jugend“, äußer­te sich ein unglaub­li­cher meta­po­li­ti­scher Denker, der zur Tat und nicht zur Resi­gna­ti­on ruft. Es muss uns letzt­lich gleich­gül­tig sein, ob unsere Taten Erfolg haben können oder werden. Wir schmet­tern sie ins Nichts der Sterb­lich­keit. Wir reden uns die Wirk­lich­keit nicht schön, warten nicht däum­chen­dre­hend auf eine „ret­ten­de Krise“ und sehen nicht in jeder Ver­schlim­me­rung der Lage eine „posi­ti­ve Ent­wick­lung“.

 

Unsere eth­no­kul­tu­rel­le Iden­ti­tät kann, im Gegen­satz zu den Mensch­heits­pro­jek­ten des Kom­mu­nis­mus und des Libe­ra­lis­mus, ver­ge­hen. Im Unter­schied zu diesen abs­trak­ten Pro­phe­zei­un­gen exis­tiert sie aber auch wirk­lich. Wir wissen wie es um Europa steht und wir wissen, dass unsere Iden­ti­tät ster­ben kann. Sie ist wie ein Feuer, das behü­tet und ange­facht werden kann, wenn es zu ver­glü­hen droht. Wir können und werden ver­hin­dern, dass es wäh­rend unse­rer Wache erlischt.

 

Eine Hoffnung?

 

Eine kleine, kühne Hoff­nung sei uns noch erlaubt: Die Ent­wick­lung der faus­tisch-euro­päi­schen Zivi­li­sa­ti­on ist vom inter­na­tio­na­lis­tisch-glo­ba­lis­ti­schen Denken und seiner reli­gi­ös-ideo­lo­gi­schen Genea­lo­gie durch­zo­gen. Der mis­sio­na­risch expan­si­ve Drang, der dar­auf­fol­gen­de, gigan­ti­sche „impe­ri­al over­st­rech“, die Ernüch­te­rung vom rasen­den Fana­tis­mus im Libe­ra­lis­mus und Hedo­nis­mus — viel­leicht zeigt all das, in Jahr­hun­der­ten gedacht, dass der Unter­gang des Wes­tens viel­mehr der Unter­gang dieser uni­ver­sa­lis­ti­schen Ideo­lo­gie ist. Viel­leicht muss es nicht der Unter­gang ihrer „Trä­ger­völ­ker“ sein, die unter der Staub­schicht an Deka­denz und Müdig­keit noch immer einen Hunger nach Leben ver­spü­ren.

 

Wir und unsere Freun­de in ganz Europa sind der leben­di­ge Beweis! Viel­leicht erhebt sich aus den rauch­ge­schwärz­ten, post­mo­der­nen Trüm­mern der west­li­chen Fort­schritts­ideo­lo­gi­en ein archäo­fu­tu­ris­ti­scher Mythos, der in unge­ahn­ten Formen und Alli­an­zen ein neues Kapi­tel unse­rer Geschich­te auf­schlägt. Kann diese Agonie, diese him­mel­schrei­en­de Dumm­heit, diese wider­li­che Selbst­ge­fäl­lig­keit, die Herr­schaft der Min­der­wer­ti­gen, die wir Tag für Tag ertra­gen müssen, wirk­lich die Voll­endung Euro­pas sein?

 

Nein! Sie ist das Ende seiner schlech­ten Seite, seiner miss­ra­te­nen Kinder, die ja immer schon, voll Sehn­sucht auf das Ende (der Geschich­te) schiel­ten. Sie ist das gerech­te Schick­sal derer, die im Namen von Logik und Fort­schritt die Welt ver­ge­wal­tig­ten. Es ist die Folge ihrer Abs­trak­ti­on, ihres Hasses, ihres Fana­tis­mus, ihres plum­pen Griffs nach der Welt. Aber es ist nicht das gerech­te Schick­sal des guten und gehei­men Europa, eines Stro­mes, der, nach Evola, zeit­wei­se in der geschicht­li­chen „Unter­welt“ dahin­plät­scher­te und darauf war­te­te, aus­zu­bre­chen. Wir, die jungen Ver­tre­ter dieses iden­ti­tä­ren Europa, schla­gen unsere Wur­zeln in diesen Strom und for­dern unser Schick­sal ein – und wenn es ein Abgang in Würde sein soll: Speng­ler ist an unse­rer Seite.