Ist Hei­mat­lie­be ero­tisch?

Ein selt­sa­mer Titel? Mag sein. Mag auch sein, dass hier ein wenig das „Sex sells“ Prin­zip ver­mu­tet wird, aber ich hoffe im Lauf dieses Arti­kels genau diesen Ver­dacht aus­zu­räu­men.
Auf den ersten Blick schei­nen beide Berei­che herz­lich wenig mit­ein­an­der zu tun zu haben. Das erste klingt heute  im moder­nen sowie­so „anti­quiert“, auf jeden Fall anrü­chig, maxi­mal zu künst­li­chen Folk-Klän­gen im Musi­kan­ten­stadl als gesell­schafts­fä­hig. Das zweite umgibt uns angeb­lich über­all, wenn es auch durch das wesent­lich pas­sen­de­re „sexy“ ersetzt wurde.

Um genau das soll es uns heute aber nicht gehen. Bewusst habe ich daher die Erotik, den Eros, wie er von Plato im Sym­po­si­on beschrie­ben wird. Eros, nicht als reiner Trieb, son­dern als echte Sehn­sucht und ver­zeh­ren­de Liebe, die einen mit „Haut und Haaren“, mit Körper und Geist umfasst.

Über den Eros

Plato schreibt in seinem Text, dass der Eros, die Liebe ein gött­li­cher Funke ist, der das mensch­li­che Leben bereits auf der Erde einem Zustand der Ver­zü­ckung und Erfül­lung annä­hern kann. Das Mensch­li­che Geschlecht, unauf­heb­bar in Männer und Frauen geteilt, ist ewig rast­los, getrie­ben und jagt von einer Lus­t­erfül­lung in die nächs­te. Nur der Eros vermag es, wenn auch nur für wenige lichte Momen­te dieser Sehn­sucht zu erfül­len. Plato beschreibt das in einem, auf den ersten Blick komisch anmu­ten­den Bei­spiel, das sich erst bei nähe­rem Hin­se­hen als unglaub­lich plas­tisch und tief­sin­nig offen­bart.
Einst, so schreibt er, waren die Men­schen voll­kom­men und zufrie­den- per­fekt und in sich geschlos­sen, wie Kugeln. Diese „Kugel­men­schen“ waren weder männ­lich noch weib­lich, sie waren beides zugleich und damit keins von beidem. Sie waren voll­kom­men und in sich ver­mit­telt. Doch ihre Zufrie­den­heit ärger­te die Götter und so spal­te­ten sie die Kugel­men­schen in: MANN und FRAU. Zer­bro­chen, wie es eben die Hälf­ten einer  zer­bro­che­nen Kugel tut , schlin­ger­ten sie nun umher, ent­zweit, zer­schla­gen und ver­zwei­felt, immer auf der Suche – nach dem Feh­len­den, der ande­ren pas­sen­den Hälfte.

Die ewige Halb­heit

In dieser ebenso amü­san­ten wie trau­ri­gen Geschich­te, drückt sich ein tie­fe­rer Sinn aus. Es ist etwas, das jeder von uns im Alltag erle­ben kann. Wir genü­gen uns selbst nicht. Wir sind nicht voll von uns erfüllt, irgend­et­was fehlt uns irgend­et­was stört, sogar in den Momen­ten höchs­ten Glücks, tiefs­ter Kon­zen­tra­ti­on und abso­lu­ter Gelas­sen­heit, ver­schwin­det dieses Bewusst­sein nie völlig, son­dern meldet sich rasch wieder zurück: in Form einer Sorge, eines Schmer­zes, einer Ablen­kung, eine Ernüch­te­rung. Das „Augen­blick ver­wei­le doch“ des alten Faus­tus können wir nie ganz und voll­kom­men aus­spre­chen. Denn jedes erreich­te Ziel und jede erfüll­te Lust wird, wenn sie länger anhält, mit der Zeit unauf­halt­sam und unheim­lich zur Lan­ge­wei­le, wie eine reifer Apfel zum Kom­post. Wir brau­chen stets das Neue, die Ablen­kung. Ein Gipfel gibt den Blick auf den Nächs­ten, ein Ziel gibt dem nächs­ten die Staf­fel der Sehn­sucht in die Hand. Das ein­zi­ge was immer gleich bleibt, ist genau diese Sehn­sucht und Suche, die Aus­druck einer inne­ren Uner­füllt­heit ist. Irgend­et­was stört und beun­ru­higt uns immer – doch nicht indem es da ist, son­dern indem es uns fehlt. Das alles, was ich hier geschrie­ben haben ist keine gene­ti­sche Ana­ly­se, keine mathe­ma­ti­sche Formel, nicht „wis­sen­schaft­lich“. Es „erklärt“ nichts und prä­sen­tiert einen Schluss, wie eine Sta­tis­tik oder Glei­chung. Aber nur des­we­gen kann man es auch ver­ste­hen und nach­füh­len! Gerade des­we­gen, weil es einen Voll­zug beschrei­ben will, den man nicht nach-denken, son­dern nur nach-voll­zie­hen kann, hat es auch für  unser Leben mehr Bedeu­tung als jede Zahl oder Formel.

Wir sind, und das lehrt uns Plato, also immer schon irgend­wie, in uns zer­bro­chen. Uns fehlt etwas, aber nicht so wie einem Auto ein Rad. Unser ganzes Wesen ist in sich etwas unvoll­kom­me­nes, das wie z.B. die Hälfte einer Orange uns auto­ma­tisch an eine Ganze denken lässt. Fast alle großen Kon­ser­va­ti­ven und rech­ten Denker, von Speng­ler, Nietz­sche, und Hei­deg­ger, bishin zu Gehlen, Benoist  und Dugin stim­men in dieser Sicht des Men­schen als rast­lo­ses, unbe­stimm­tes, „man­gel­haf­tes“ Wesen über­ein.
Dieser „Mangel“ erscheint in  der höchs­ter Form als Angst vor dem Tod, aber drückt sich, wie gesagt in tau­sen­den Ein­zel­erfah­run­gen aus. Er über­fällt uns am sichers­ten wenn wir mit uns allei­ne sind. Er sucht unsere Gesell­schaft, wenn wir keine andere mehr haben.
Anders als das Auto ohne Reifen, können wir ihn durch nichts stil­len und dieses Phan­tom­schmerz eines feh­len­den Etwas, immer nur auf­schie­ben, zeit­wei­se ver­drän­gen und dämp­fen. Er gehört zu unse­rem Wesen und wer ihn nicht mehr spürt, ist eigent­lich kein Mensch mehr.

Der Eros und die Halb­heit

Was hat dieses Gefühl mit dem Eros zu tun?  Wie Plato schreibt suchen die zer­schla­ge­nen Kugel­men­schen, als Männer und Frauen, trau­rig nach der „ande­ren Hälfte“, die sie wieder erfül­len könnte. Wir sehnen uns nach etwas das mehr ist, mehr wahr als wir selbst. Unser selbst ist uner­füllt und halb. Wir sind als Ich voll­kom­men mit dieser zer­bro­che­nen Hälfte iden­ti­fi­ziert. Um wieder ganz zu werden müssen wir dieses Ich daher wieder auf eine gewis­se Art und Weise ver­lie­ren. Doch nicht im Tod, oder in der Selbst­auf­ga­be sehen wir diese Erfül­lung, son­dern in der hin­ge­ben­den Liebe- in der Ver­schmel­zung mit einem ande­ren Men­schen! Das ist der Eros, das große Geheim­nis und Leucht­feu­er des Daseins um das alle Werke der Kultur, Reli­gi­on, alle Kriege, alle Wis­sen­schaf­ten, Kunst, Ratio, Freude und Leid krei­sen und schwei­fen.
Die Liebe ist der tiefs­te und stärks­te Trieb im Men­schen, stär­ker als jeder Hunger und jede Angst. Das Fehlen in uns treibt uns nicht an einen bestimm­ten Ort, zu einem bestimm­ten Wissen, zu einer bestimm­ten Idee, son­dern immer und zual­ler­erst zu einem ande­ren Men­schen mit dem wir uns ver­ei­nen wollen. Es ist unmög­lich dem aus­zu­wei­chen, auch die Ver­leug­nung gibt ihm Recht. Durch alle Zeiten, Kul­tu­ren und Reli­gio­nen, Ehe­for­men, Geschlech­ter­rol­len und Wirt­schafts­for­men behaup­tet sich diese polare Kraft des Eros, als ewige Ant­wort auf die ewige Suche.

Es ist die höchs­te kör­per­li­che und geis­ti­ge Erfül­lung, die weit mehr ist als nur ent­span­nen­de Kör­per­er­tüch­ti­gung oder evo­lu­tio­nä­rer Fort­pflan­zungs­trieb. Die reine keu­sche Funk­ti­on der Fort­pflan­zung, der reine Spaß am Sex, sind iso­liert eben nur Split­ter der Ganz­heit des Eros, die in ver­schie­de­nen Epo­chen der west­li­chen Moral­ent­wick­lung, jeweils ver­ab­so­lu­tiert den Eros selbst ver­stell­ten. Es geht darum mit dem Ande­ren ganz eins zu werden und sich dabei selbst auf­zu­ge­ben.

Dieser Akt der Liebe ist sowohl die kör­per­li­che Ver­ei­ni­gung, die in ein­zel­nen Ver­zü­ckungs­spit­zen, die Idee einer tota­len Ein­heit auch mate­ri­ell erahnt, viel­mehr aber ist dieser Akt die Lebens­hin­ga­be, die sich in echter Treue, äußert. Sich auf den ande­ren ver­las­sen — das heißt letzt­lich: sich selbst ver­las­sen, sich aus dem Bann­kreis des Egos mit seinen Fort­pflan­zungs­trie­ben und Lus­t­erfül­lun­gen voll auf den ande­ren zu zu werfen, in der Hoff­nung das er mich fängt.
Dazu gehört Mut und Ver­trau­en, aber auch das Bewusst­sein, dass ich in mir selbst allei­ne nie­mals Voll­kom­men­heit finden kann, weil die Unvoll­kom­men­heit gerade zu meinem Wesen gehört. Dieser Akt erschöpft sich gerade nicht in der kör­per­li­chen Hin­ga­be einer Nacht, son­dern währt ein ganzes Leben, ist nur echt wenn er das ganze Leben gibt, wenn er bereit ist für den ande­ren getö­tet zu werden und für ihn wenn es nötig ist zu töten- ja auch das.

Die reine Abspal­tung der kör­per­li­chen Lust vom Eros als Ganzes zer­stört genau diese echte Hin­ga­be, des Men­schen als ganzes Wesen und abs­tra­hiert, das, was leib­haf­ti­ger Kern einer Ganz­heit sein sollte, zur sinn­lo­sen Serie von Köper­übun­gen. So ver­liert in der heu­ti­gen Fick- und Spaß­ge­sell­schaft auch der Eros jedes Geheim­nis und die Über­se­xua­li­sie­rung ver­hält sich rezi­prok zu Erotik und echter Erfül­lung. Ihre tiefs­te Wahr­heit als Abfall vom Eros erfährt der Geist der Pro­mis­kui­ti­vi­tät, Selbst­er­fül­lung, und locke­ren Bezie­hungs­tech­nik im Gonzo-Porno in dem aus allen Bezie­hungs­fra­gen, allen Cha­rak­ter und selbst Geschlechts­fra­gen ent­kernt, nur mehr  auf ein pene­trier­tes, schwit­zen­des Fleisch­stück an sich „drauf­ge­hal­ten“ wird. Die innere Leere, die die zuneh­men­de Zahl an Opfern dieser Indus­trie erfüllt, ist nichts ande­res als die Stei­ge­rung der Leere und inne­ren Ver­zweif­lung, die die flot­ten, pro­mis­kui­ti­ven Party-People spä­tes­tens Ende 30 befällt.
Sie haben den Eros eben ganz und gar nicht, auch wenn sie so sexy, durch­ge­fickt und abge­sto­ßen sind wie noch nie eine Gene­ra­ti­on zuvor.

Eros und wahre Liebe will immer mehr – mehr noch als jedes Lie­bes­nacht, sie will den ganzen Men­schen mit Haut und Haaren, sie will die Grenze der Haut noch durch­drin­gen und sich mit ihm, wie in Platos Gleich­nis zu einer echten Ein­heit ver­schmel­zen, die unsere phy­si­sche Welt nicht mehr zulässt. Alle tra­di­tio­na­len Reli­gio­nen schu­fen so viel­fäl­ti­ge und dyna­mi­sche Formen der Ehe, der hei­li­gen, „meta­phy­si­schen“ Ver­ei­ni­gung von Mann und Frau, in der sich zwei Men­schen das ganze Dasein, ihre Seelen und nicht nur eine Nacht schen­ken. Die tiefe Sehn­sucht nach genau diesem Schatz, der heute, im ster­ben­den Westen, gänz­lich ver­lo­ren gegan­gen ist lebt noch auch im plat­tes­ten Gerede von der „wahren Liebe“, die von den bunten Maga­zi­nen, Shows und Filmen die sie beschwö­ren, im selben Augen­blick wieder hedo­nis­tisch ver­nich­tet wird. Wahre Liebe gibt es nicht ohne Ver­zicht. Sie ist und hier kün­digt sich der zweite Teil dieser Betrach­tung an, not­wen­dig, exklu­siv.

(Ein kurzer Exkurs sei noch zur Frage der Geschlecht­lich­keit an den Rand gestellt. Die ursprüng­li­che Ein­heit von Mann und Frau, die viele eso­te­ri­sche Tra­di­tio­nen in der Figur des Andro­gyn ver­schlüs­seln, wird auch vom Symbol des Kreu­zes aus­ge­drückt, die Ver­ei­ni­gung der männ­lich-akti­ven, solar-phal­li­schen Strahl­kraft der Ver­ti­ka­len mit der weib­lich-emp­fan­gen­den, lunar-gewölb­ten, Auf­nah­me­kraft der hori­zon­ta­len ver­eint. Das ist der Son­nen­strahl der auf die Erde fällt und der Mann der sich mit der Frau ver­eint glei­cher­ma­ßen. Beide zeugt in seinem Schnitt­punkt das Leben. Diese Pola­ri­tät ist als ewiges Urprin­zip jeder „Kon­struk­ti­on“ und „Rela­ti­vi­tät“ ent­ho­ben, nicht aber die tau­sen­den Formen ihres Aus­drucks und ihrer Aus­ge­stal­tung. Das uni­ver­sa­lis­ti­sche Elend der west­li­chen Moder­ne, kann diese Pola­ri­tät nicht mehr ertra­gen, weil sie ihrem töd­li­chen Gleich­heits­wahn und ihrem mes­sia­ni­schen Hass der Welt eine lau­fen­de Pro­vo­ka­ti­on ist. Sie ver­sucht die Ver­ei­ni­gung der Gegen­sät­ze zu einem rein geis­tig-phi­lo­so­phi­schen Akt zu machen, der in der Gen­der­phi­lo­so­phie nach­voll­zo­gen wird und die eso­te­ri­sche Idee des Andro­gyn zur his­to­risch-mate­ria­lis­ti­schen Praxis machen will. Sie spal­tet die kör­per­li­che Lust und die phi­lo­so­phi­sche Über­le­gung, das „sozia­le“ und „bio­lo­gi­sche“ Geschlecht ab, schafft ein System aus Abs­trak­tio­nen, Ver­trä­gen, Regeln und Zurich­tun­gen, dessen letz­tes Ziel der  destil­lier­te Hedo­nis­mus des Flei­sches und die destil­lier­te, uni­ver­sa­lis­ti­sche Ein­heit des Geis­tes ist. Beides ist der Tod­feind der echten und wahren per­so­na­len Liebe zwi­schen Mann und Frau, dem Kultus der Ehe, der Lebens­kraft der Fami­lie und der Ganz­heit­lich­keit des Eros. Dieser lehrt uns im Hier und Jetzt, seine Ver­spre­chen soweit als Mög­lich zu erfül­len, anstatt die Sehn­sucht nach Ganz­heit, Ein­heit und Gleich­wer­tig­keit mit Sozial und Bio­tech­nik her­zu­stel­len zu ver­su­chen. Wäh­rend er leben­di­ge Fami­li­en, gesun­de Völker, strah­len­de Kul­tu­ren, herr­li­che Kunst, erschüt­tern­de Tra­gö­di­en, ehr­li­che Ver­zweif­lung, ehren­haf­te Tode und leben­di­ge Men­schen schafft, führt der Weg der uni­ver­sa­lis­ti­schen Moder­ne nur zu Erbärm­lich­keit, Selbst­mit­leid, Wär­me­tod, Mit­tel­maß und Ein­heits­mensch, Dege­ne­ra­ti­on, Farb­lo­sig­keit, Ver­lust jeder Pola­ri­tät und am Ende zu, im wahrs­ten Sinne des Wortes, kör­per­lich und geis­tig ver­stüm­mel­ten Men­schen. Er ist die Lüge und Ver­wer­fung gegen die Wahr­heit des Eros.)

Hei­mat­lie­be und Eros

Wie, so fragte sich viel­leicht schon er eine oder andere, der mir bis hier­her gefolgt ist, (wofür ich ihm an dieser Stelle auf­rich­tig danke) stehen die Erfah­rung der Leere und er Eros im Bezug zu so etwas „poli­ti­schem“ wie Hei­mat­lie­be? Kün­digt sich hier nicht eine unge­heu­er­li­che Pro­fa­ni­sie­rung und ein Miss­brauch an? Jeder Mensch kann die Aus­füh­run­gen zu Eros und inne­rer Leere irgend­wie nach­voll­zie­hen, ob zustim­mend oder ableh­nend- es betrifft jeden. Aber Hei­mat­lie­be? Wie viele Men­schen gibt es, die davon gar nichts wissen, oder bewusst nichts wissen wollen? Ich möchte, wenn man es mir erlaubt, etwas Licht in den Nebel dieser Fragen brin­gen.

Die eine oder Keine

Was ich oben über Eros, Hin­ga­be und per­so­na­le Liebe geschrie­ben habe hat nichts mit Moral zu tun. Es ist von einem kan­tia­ni­schen Impe­ra­tiv so weit ent­fernt wie nur irgend­et­was. Es betrifft immer nur gerade dich, ganz allein dich, und deinen gelieb­ten Men­schen. Wenn du jeman­den wirk­lich liebst, so ist das nicht die Erfül­lung eines abs­trak­ten all­ge­mei­nen Pflicht­ge­bo­tes, gegen das sich schon Schil­ler empört hatte. Du willst gerade nicht, dass andere ihn genau­so lieben, oder er gar andere genau­so liebt wie du. Jeder Gedan­ke, dass du, oder er hier nur dem Gebot einer all­ge­mei­nen Pflicht folgen zer­stört doch gerade jedes Gefühl der Liebe.
Die wahre Liebe ist immer, immer unheil­bar eifer­süch­tig.  Wenn moder­ne Kom­mu­nen-Ideo­lo­gi­en wie die etwa die gro­tes­ke „Poly­amo­ry“, gerade in der Eifer­sucht, ein ego­is­ti­sches, faschis­to­ides, kapi­ta­lis­ti­sches Resi­du­um sehen, dass man weg­dis­ku­tie­ren und ratio­na­li­sie­ren müsse, so grei­fen sie hier instink­tiv einen Lebens­nerv des wahren Eros an.
Man will den ande­ren ganz allein für sich, ebenso wie man sich ihm ganz schen­ken will. Genau­so wie man nur eine Mutter und einen Vater hat, so hat man auch nur eine Liebe, kann man auch nur einen Men­schen auf einmal wirk­lich lieben.

Diese Liebe als per­so­na­le Liebe, schließt die ganze andere Welt aus, und sie weicht, wenn sie Anstand hat zurück, wie um ein ver­lieb­tes Paar, sogar die Zeit ver­le­gen inne­hält und sich zurück­zieht.
Liebe und Treue als all­ge­mei­ne Werte, sind hier wieder keine uni­ver­sa­lis­ti­sche Ver­all­ge­mei­ne­rung, weil sie eben nicht sagen, dass jeder Eine Person, oder dass ich alle wie eine Person lieben soll. Sie besa­gen, dass ich je meine Liebe ganz und gar lieben soll, dass ich den Mut finden soll, mich über meinen siche­ren Schwer­punkt hin­aus­zu­leh­nen und auf sie hinzu rich­ten Wie eine Brücke über einen Fluss, die wenn sich ihr kein Halt bietet, in den Stru­del fallen muss. Nur dieser Selbst­ver­lust, dieses Opfer gewährt die echte Erfül­lung im Hier und Jetzt. Nur wenn es auf ein ganzes Leben gerich­tet und im Hier und Jetzt die Bereit­schaft zum Dasein und Ster­ben für den Ande­ren hat ist es echt- selbst wenn es das nie­mals voll­zie­hen könnte. Auch der Todes­be­rei­te ist ein Held, nicht nur der diese Bereit­schaft wirk­lich bezeugt hat.

Aus dieser Ver­ei­ni­gung mit dem Ande­ren, aus der erfüll­ten Liebe zu meiner Gelieb­ten spießt allein die Tole­ranz, und der Respekt für die Ande­ren. Man muss sie nicht mehr bekämp­fen, beset­zen, jagen, da man nicht mehr so rast­los getrie­ben ist. Wie ver­lieb­te Paare die in Ein­tracht auf einer abend­li­chen Wiese Neben­ein­an­der, Mit­ein­an­der, aber alle je für sich einen Son­nen­un­ter­gang beob­ach­ten, so wächst aus er exklu­si­ven Liebe zum eige­nen Part­ner die Tole­ranz und Akzep­tanz für den ande­ren. Was soll man ihm nehmen? Warum sollte man ihm sein Glück nicht gönnen?

Eros und Eth­nop­lu­ra­lis­mus

Echte Iden­ti­tä­re werden die Aus­füh­rung die jetzt folgt längst schon für sich voll­zo­gen haben. Gehen wir sie aber mit allen „Neu­lin­gen“ gemein­sam durch. Es offen­bart sich uns eine tiefe Ver­wandt­schaft zwi­schen der Eros der per­so­na­len Liebe und der ein­fa­chen, vor­ideo­lo­gi­schen, naiven Liebe zur eige­nen Heimat. Hier muss man beide Formen scharf getrennt halten um nicht irgend­wel­che kiti­schi­gen, und geschmack­lo­sen Sprach­bil­der zu bedie­nen. Beide haben ein­fach am Prin­zip des exklu­si­ven Eros Teil, ohne völlig das­sel­be zu sein. Beide werden aber durch einen echte Liebe gehei­ligt.

Die Heimat, ein Begriff den es nur so im deut­schen gibt, lässt sich nicht addie­ren und kumu­lie­ren. Ein Mensch hat eine Heimat. Wo die ist, ist nicht aus­ge­macht, aber dass er eine oder keine hat- das schon.

Wohl ist die Welt so groß und weit und voller Son­nen­schein

Das aller­schöns­te Stück davon ist doch die Heimat mein“

So spricht der Volks­mund das Prin­zip der exklu­si­ven Liebe zum Eige­nen, und der Tole­ranz und Ach­tung des Ande­ren unnach­ahm­lich aus. Die Liebe zur eige­nen Heimat, zum eige­nen Boden, der als müt­ter­li­che Urge­stalt, vom Pflug kul­ti­viert, besun­gen und bedich­tet, bepflanzt und bebaut wird, ist, wenn sie echt ist, mehr als das bloße Bewoh­nen eines  belie­bi­gen Fle­cken Landes. Diese Idee der Heimat scheint heute ebenso ver­lo­ren und ver­träumt wie die einer echten Liebe. Beide schei­nen durch die „nor­ma­ti­ve Kraft des Fak­ti­schen“ rest­los naiv, „out­da­tet“ und abge­hakt. Doch die Sehn­sucht nach dem Eros und die tiefe Leere in uns sind das gerade nicht! Sie bren­nen heute schlim­mer als je zuvor und machen auch das Ersehn­te wich­ti­ger und aktu­el­ler denn je! „Weh dem der keine Heimat hat.“ Heimat und die Liebe zum eige­nen gehört zum erfüll­ten Leben wie die per­so­na­le Liebe zu gelieb­ten Men­schen. Die gesun­de Fami­lie braucht auch ein gesun­des Land, die Kinder eine freie und unbe­rühr­te Natur um gesund erwach­sen werden zu können. Alles fügt sich so inein­an­der wenn es lebt, oder krankt anein­an­der und reißt sich gegen­sei­tig in den Abgrund wenn es fehlt.

Die Liebe zur Heimat ist also in einem gewis­sen Sinne ero­tisch, weil sie exklu­siv und unver­käuf­lich ist. Die Heimat ist nicht nur eine „com­mo­di­ty“ ein „Asset“ im Leben, wie ein Hure oder gekauf­te Freun­din. Sie ist nicht quan­ti­ta­tiv mess­bar, sie ist eine oder keine. Auch die Liebe zum eige­nen Volk ver­hält sich so und macht die Grenze in eth­ni­scher, poli­ti­scher und kul­tu­rel­ler Hin­sicht, so Hei­li­ge wie die unge­stör­te Hoch­zeits­nacht eines Ehe­paars.

Iden­ti­tät und Eros

Kann man aber die Liebe zur Heimat wirk­lich mit der Liebe zu meiner Gelieb­ten, zu meinem Gelieb­tem ver­glei­chen? Ja ver­glei­chen wohl, aber natür­lich nie­mals gleich­set­zen!
Es sind ver­schie­de­ne Stufen und Aus­prä­gun­gen eines Prin­zips, das auch den Kern unse­rer iden­ti­tä­ren Welt­an­schau­ung aus­macht. Das was ich im ande­ren Men­schen suche ist nicht die Stei­ge­rung meines Wohl­be­fin­dens, wie es etwas besser Schuhe, ein ange­neh­me­re Matrat­ze, ein gutes Essen oder Getränk aus­ma­chen. Es ist nichts was zum meinem jet­zi­gen Zustand „ver­bes­sernd“ hin­zu­kommt. Ich suche eine Erfül­lung, die mich über mich hin­aus­hebt und voll­kom­men macht, wie es eben Platos Bei­spiel der zer­bro­che­nen Kugel wun­der­schön beschreibt. Ich suche etwas, dass mir diese meine Iden­ti­tät erst schenkt und stif­tet.

Hier tut sich eine wei­te­re, bisher unbe­rühr­te Seite der echten Liebe auf, die sich groß­ar­tig in den Gesamt­ge­dan­ken ein­fügt. Erst der gelieb­te Mensch macht mich wirk­lich zu mir selbst. Erst in seiner Liebe weiß ich mich wirk­lich ver­stan­den, erkannt und gewollt. Alle ande­ren Men­schen in meinem Leben sind und blei­ben eben doch Freun­de, Mit­strei­ter, Kol­le­gen. Alle zeich­nen sich dadurch aus, dass es sie auch in der „Mehr­zahl“ geben kann. Wenn die Ver­bin­dung zu ihnen auch noch so tief ist. Nichts ist ver­gleich­bar mit der EINEN Liebe zu dem EINEN Men­schen, dem ich mich ganz und gar öffnen kann. Diese Öffnen ist genau jenes Ver­trau­en, jenes über sich hin­aus­grei­fen, in der Hoff­nung , dass der Andere mich annimmt, wie ich bin. Ich selbst kann mich nie­mals so anneh­men, kann mich nicht am eige­nen Schopf aus mir hin­auf­zie­hen wie Münch­hau­sen. Es bleibt immer alles Jon­gla­ge, Tau­to­lo­gie, Selbst­be­zug und Schau­spiel. Real erkannt werde ich nur im Ande­ren der mich liebt, so wie ich ihn erken­ne  und sehe wie ihn kein ande­rer erkannt hat oder je sehen soll.

Ich werde ich selbst erst durch den ande­ren und durch unsere gemein­sa­me, gegen­sei­ti­ge Selbst­auf­ga­be, die uns inein­an­der, über uns hinaus wach­sen lässt. Damit stif­tet der gelieb­te Mensch erst meine Iden­ti­tät, die in diesem Fall wirk­lich eine Sache ist, die mit sich selbst im Reinen, sich selbst genüg­sam ist. Frei­lich bleibt sie immer in der Span­nung des Dia­logs, und dem Wech­sel der Gefüh­le, ver­wirk­licht sich auch in der Treue als Lebens­akt real und voll­kom­men in den Augen­bli­cken, Berüh­run­gen und Worten, von denen man viel­leicht wirk­lich sagen könnte: „ver­wei­le doch du bis so schön.“

Das was ich selbst als reines, nack­tes Ich an „Iden­ti­tät“ habe, genügt sich selbst gerade nicht und lechzt nach Erfül­lung, nach Mehr, nach Gemein­schaft und Höher­stre­ben. Meine Iden­ti­tät ist also gerade NICHT mein nack­tes hedo­nis­ti­sches Ich, meine Triebe und meine „Selbst­ver­wirk­li­chung“ in der ego­is­ti­schen „Eman­zi­pa­ti­on“. Meine wahre Iden­ti­tät wird durch die Gemein­schaft durch das Ver­trau­en und die Treue gestif­tet, wie sie nur der Eros gewäh­ren kann.
So wie der gelieb­te Mensch mir mein inners­tes Wesen offen­bart, so macht auch meine Heimat, und mein Volk einen unver­zicht­ba­ren Bestand­teil meiner Iden­ti­tät aus. Doch eben nur dann wenn ich mich ganz auf sie ein­las­se und nur EINES haben, statt zwi­schen ephe­me­ren Sub­kul­tu­ren, Kunst­i­den­ti­tä­ten, und Ver­klei­dun­gen oppor­tu­nis­tisch hin und her zu hasten.

Eine Heimat, ein Volk, eine Liebe

So hat man ent­we­der nur ein Volk, nur eine Heimat nur eine Liebe, oder gar nichts. Volk und Heimat sind natür­lich wesent­lich dyna­mi­sche­re und man­nig­fal­ti­ge­re Dinge als der eine gelieb­te per­so­na­le Mensch. Es kommt aber wesent­lich auf die Hal­tung, und die Bereit­schaft zur Ein­las­sung an! Ein Volk zu haben heißt, in guten und schlech­ten Tagen, zu Feh­lern und Größen zu ihm zu stehen, heißt es ihm auch gegen den „mora­lischs­ten“ Sire­nen­ge­sang die Treue zu halten. Eine Heimat zu haben heißt, wie in der Ehe auf viele Lock­ru­fe zu ver­zich­ten, immer wieder heim zu kehren, und im Ein­fa­chen, das Große zu sehen. Denn nur:

Den Zer­streu­ten erscheint das Ein­fa­che ein­för­mig. Das Ein­för­mi­ge macht über­drüs­sig. Die Ver­drieß­li­chen finden nur noch das Einer­lei. Das Ein­fa­che ist ent­flo­hen. Seine stille Kraft ist ver­siegt.
(Hei­deg­ger)

Die Exklu­si­vi­tät von Heimat und Volk, ihre klaren Gren­zen, sind dabei ebenso wenig ein Hass auf andere, wie es die Wei­ge­rung eines ver­lieb­ten Paares ist jeman­den ande­ren in ihr Bett und ihre Bezie­hung zu lassen. Ebenso wie sie bei aller Gast­freund­schaft und gelas­se­nen Offen­heit klare Gren­zen gegen die Ande­ren behal­ten, so behal­ten wir Iden­ti­tä­re, bei aller Offen­heit und allem Respekt für andere Völker und Kul­tu­ren die Grenze bei. „Du bist nicht Teil meines Volkes“ ist ebenso wenig eine Belei­di­gung oder Her­ab­wür­di­gung des Ande­ren wie das ehr­li­che Ein­ge­ständ­nis, dass man ihn zwar mag aber nicht liebt. Liebe kann man nicht befeh­len ver­trag­lich her­stel­len oder aus dem Nichts bas­teln. Schick­sal, Abkunft, Her­kunft Hei­mat­er­de und Mut­ter­land auch nicht.
Es ist kein Zei­chen von Hass oder Abwer­tung, jeman­den nicht zu seiner Fami­lie zu zählen und ihn des­we­gen anders zu behan­deln. Das gesun­de Pathos der Distanz kennt seine Grenze und drängt sich nicht auf wie die kum­pel­haf­te „Bür­der­lich­keits­ethik“ für die die ganze „Mensch­heit“ eine Fami­lie sein muss. Wo bleibt dann die Fami­lie, die echte Fami­lie, selbst? Wo bleibt der Gelieb­te? Die Kom­mu­ne und Horde kennt keine Person, kein Ich, kein Du, keine Iden­ti­tät, keine Her­kunft und Zukunft.

Die Exklu­si­vi­tät ver­langt die Grenze. Aber nicht aus „Angst“, oder „Hass“ son­dern aus der tiefen inne­ren Erfül­lung und Zufrie­den­heit, so wie ein India­ner­stamm, der sich sein Leben nicht vom Fort­schritt dik­tie­ren lassen will und seine Jagd­grün­de ver­tei­digt.

Das ist die wahre Freih­heit, die nur inne­ren Erfül­lung aber nie­mals unge­hemm­te Trieb­be­frie­di­gung bedeu­tet. Bei letz­te­re ist man gerade Sklave der Leere und reißt, im Wahn, sie mit irgend­ei­ner Idee, einer Lust, einem Gott zu füllen, alle echten Werte, Freu­den und jede echte Reli­gi­on nieder.
Die Innere Erfül­lung braucht das tie­ri­sche Anren­nen gegen jede Mauer nicht. Sie schafft um sich die Grenze zur Ver­tei­di­gung ihrer inne­ren Frei­heit, die sie nur gewon­nen hat, weil sie über sich selbst hinaus gewach­sen ist. Das aber schenkt nur die mutige Hin­ga­be in der Liebe.

Diese Exklu­si­vi­tät, die nur aus inne­rer Erfül­lung und damit aus dem echten Eros wächst, ist Unter­pfand für ein respekt­vol­les Mit­ein­an­der, das natür­lich nie­mals ein pazi­fis­ti­sche Kin­der­gar­ten ist. Das Lie­bes­paar ist auch kein Monade, die Bezie­hungs­los aus der Welt des Wer­dens und der Selbst­be­haup­tung aus­ge­klinkt ist. Im Gegen­teil! Die Liebe zum Eige­nen ver­langt die Ver­tei­di­gung des Eige­nen gegen alle Anwür­fe und Bedro­hun­gen. Die Liebe zu einem Men­schen, will dass man um und für ihn kämpft, selbst wenn es ihm gerade nicht gut geht. Genau­so müssen wir Patrio­ten für und um unsere Heimat kämp­fen.

Wenn uns dieser Kampf aber mit ande­ren Völ­kern und Kul­tu­ren in Fehde wirft so ver­lie­ren wir nie den Respekt vor ihnen, den selbst im erbit­terts­ten Kampf ein Gelieb­ter vor dem ande­ren haben kann, wenn er etwas dessen letz­ten Willen seiner Frau über­bringt, und seinen Tod ehrt.

Hei­mat­lie­be, so können wir schlie­ßen, ist wenn sie echt ist, in ihrer Exklu­si­vi­tät, in ihrer Abgren­zung, in ihrer Erfül­lung und Frei­heit, sowie ihrem Respekt vor dem Ande­ren und seiner Heimat dem Eros ver­wandt. Sie ist ero­tisch. Auch daher tritt sie immer Hand in Hand mit gesun­den Fami­li­en, echt geleb­ter Ehe und echten Gemein­schaf­ten auf. Der Arti­kel könnte und sollte hier­mit enden. Doch leider ist es mit allem, allem was hier beschrie­ben wurde heute schein­bar am Ende.
Volk, Heimat und Liebe, Fami­li­en, Treue, innere Ruhe und Zufrie­den­heit, Kom­man­do­hö­he über die Triebe, Respekt vor dem Gegner, Ehren­haf­tig­keit, Männ­lich­keit und Weib­lich­keit- all das ist uns so gründ­lich aus­ge­trie­ben worden, dass wir es schon fast nicht mehr denken können. Und wenn dann nur mit iro­ni­schen Zun­gen­schlag, mit ver­zo­ge­nen Mund­win­keln und gehäs­si­gem Lachen. Warum?

Die  rela­ti­vis­ti­sche Hure – die uni­ver­sa­lis­ti­sche Ver­ge­wal­ti­gung

Ich möchte zum Trau­ri­gen Ende dieser Betrach­tung wieder am obigen Gleich­nis der Wiese der ver­lieb­ten Paare anknüp­fen. Wenn man sich die erfüll­ten, vom Eros getra­ge­nen Gemein­schaf­ten so vor­stel­len kann, so muss man sich das Gift des Uni­ver­sa­lis­mus wie eine aug­ge­dun­se­ne, zuge­dröhn­te Hure vor­stel­len, die sich in dieses Bild wirft, sich jedem prä­sen­tiert, anbie­tet ver­renkt und her­um­tanzt, sich mit ihrem auf­ge­schmink­ten Körper zwi­schen die Paare zu drän­gen sucht und alle mit obszö­nen Gesten und Auf­for­de­run­gen bedenkt. Ebenso kann man ihn sich wie einen bru­ta­len, schmie­ri­gen Zuhäl­ter vor­stel­len, der sich die Frauen mit Drogen und Schlä­gen gefü­gig machen will.

Der Uni­ver­sa­lis­mus kennt keine wahre Liebe, keine Heimat, kein Volk und vor allem keine Exklu­si­vi­tät. Er prä­sen­tiert sich als das „Mora­li­sche“, weil er in seinem Gleich­heits­wahn keinen „aus­schlie­ßen“ will. Aber dabei ver­hält er sich wie eine Hure, die für jeden die Beine spreizt, oder wie ein Lust­greis der allem hechelnd nach­jagt was einen Rock trägt.
Er kennt kein Pathos der Distanz und kein Leben lassen. Er will jeweils die ganze Welt mit seiner Ideo­lo­gie erfül­len, der ganzen Welt seine „Liebe“ auf­zwin­gen, die keine echte Liebe ist, weil sie nicht per­sön­lich und einzig ist. Die „Liebe“ für „refu­gees“, und die „Armen Men­schen“ oder „das Pro­le­ta­ri­at“ die der Mar­xist vor sich her­trägt ist eine der­ar­ti­ge Ver­falls­form. Das schwüls­ti­ge Mit­leid für die „3. Welt“ mit der der impe­ria­le Libe­ra­lis­mus seine Raub­zü­ge legi­ti­miert und die „Liebe“ für die ver­damm­ten Seelen der Heiden, mit der der Islam seinen glo­ba­len Dschi­had recht­fer­tigt sind solche uni­ver­sa­lis­ti­schen Huren-Ideen. Sie gehen am echten Eros und der echten Erfül­lung ganz und gar vorbei. Das zeigt sich schon in ihrem krank­haf­ten Mis­sio­nie­rung und Mit­tei­lungs­be­dürf­nis, das eben nicht anders ist als das Gehabe einer Schlam­pe oder eines typi­schen Gettho-Machos, die sich absto­ßend und allein lust­be­zo­gen auf­drän­gen.

Wie können sie von einer Wahr­heit erfüllt sein, wenn sie rast­los und manisch umher­strei­fen wie ein Virus um die ganze Welt anzu­ste­cken? Wie können sie Erfül­lung brin­gen wenn sie sich selbst ver­lo­ren haben? Der Uni­ver­sa­list hat keine Heimat, er hat kein Volk und keine wahre Liebe. Er leidet dar­un­ter und in ihm brennt eine Leere, eine Sehn­sucht, die er sich nicht erfül­len darf, weil ihm seine Ideo­lo­gie alles ver­bie­tet was Ein­zig­ar­tig, Eigent­lich und Exklu­siv ist. Er darf nur im All­ge­mei­nen, im Objek­ti­ven, im „Einen Gott“, in der „Mensch­heit“, der „Erde“, dem „Welt­staat“, der „Moral für alle“ denken und leben.  Alles andere erscheint ihm als „unmensch­lich“, „beschränkt“, „ego­is­tisch“, „ras­sis­tisch“, „dis­kri­mi­nie­rend“. Heimat, Volk, wahre Liebe, sind ihm schon ver­ächt­li­che, gefähr­li­che Begrif­fe. Selbst in der uni­ver­sa­lis­ti­schen Reli­gi­on, wie etwa am Bei­spiel des (ortho­do­xen) Islams, ist die Liebe und die Ehe nur einer unter vielen „Befeh­len“ Allahs. (Die Mys­ti­ker der Sufis die hier anders dach­ten und fol­ge­rich­tig auch immer gegen den poli­ti­schen Uni­ver­sa­lis­mus agier­te, den Islam kul­tu­ra­li­sier­ten und ver­wur­zel­ten, wurden, im Namen der uni­ver­sa­lis­ti­schen Mensch­heits­mis­si­on groß­teils ver­folgt und aus­ge­rot­tet.)

Das Leben im All­ge­mei­nen, ohne dem Beson­de­ren, Ein­zi­gem, also ohne echter Liebe, erfüllt die Leere nicht. Des­we­gen wird dem Uni­ver­sa­lis­ten die Welt zur Hölle. Das was ihn retten und erfül­len könnte, die echte Iden­ti­tät in Fami­lie, Volk und Vater­land, wird ihm zum „Bösen an sich“.

Man kann „die Mensch­heit“ nicht so lieben wie sein Volk. Man kann nicht so erfüllt Kos­mo­po­lit sein, wie man Ita­lie­ner, Japa­ner, Deut­scher, Euro­pä­er ist. Das Kon­kre­te, Beson­de­ren, Exklu­si­ve, dass immer eine klare Grenze hat fehlt dem Uni­ver­sa­lis­mus. Des­we­gen auch sein mani­scher Drang zur Welt­erobe­rung, der nichts mit dem impe­ria­len Wachs­tum etwa des chi­ne­si­schen, oder römi­schen Reichs zu tun hat.

Der Uni­ver­sa­list hat keine Iden­ti­tät, er hat statt­des­sen eine abs­trak­te Idee, die All­ge­mein­heit ver­langt. „Jeden ande­ren wie sich selbst zu lieben“, ist so eine all­ge­mei­ne Idee, die jeder echten Liebe wider­spricht und mit Eros NICHTS zu tun hat. Ich will gerade nur einen, einen ein­zi­gen Men­schen wie mich selbst lieben indem ich mich ihm ent­ge­gen­wer­fe, so wie ich mich stolz und allem Geplärr vom „Fort­schritt“ zum Trotz in die Tra­di­ti­on meiner Heimat und meines Volkes ein­rei­he.
Es ist ein Fort­schritt in den Abgrund. Ein Fort­schritt von jenem Lebens­feu­er des gött­li­chen Eros, das der ganzen Welt erst Farbe, Gestalt und Sinn gibt. Es ist ein Ver­lust der Mitte, die jeder Mensch jedes Volk und jede Kultur in sich Suchen und erst in Hin­ga­be und iden­ti­tä­rer Ver­ei­ni­gung mit Heimat, Volk und Fami­lie finden kann.

Erst über diese leben­di­gen Kraft­zen­tren hinaus, und nicht an ihnen vorbei offen­bart sich die Idee einer wahren Ein­heit, einer wahren Ver­söh­nung und Gleich­heit, die die Unter­schie­de gerade nicht auf­hebt, son­dern zum Leuch­ten bringt! Genau hier liegt auch der Unter­schied zwi­schen uni­ver­sa­len, kos­mi­schen Prin­zi­pi­en, und dem uni­ver­sa­lis­ti­schen Gift. Dieses zeich­net sich immer dadurch aus, dass sie gegen die Trias Fami­lie, Volk und Vater­land ins Gefecht zieht, dass sie die Treue zur Tra­di­ti­on bre­chen will, dass sie ver­führt und und letzt­lich den Eros und damit den Weg zu Gott tötet.

Das Nichts, dass der Uni­ver­sa­list statt einem Herzen im Leib trägt, ist die totale Stei­ge­rung und Ver­ewi­gung dieser Leere und Halb­heit, die zum Wesen und zur Auf­ga­be des Men­schen gehört. Sie ist das weil sie sich selbst der Erfül­lung in der exklu­si­ven Liebe zum ein­zi­gen Men­schen, im klaren Bekennt­nis zu einer Heimat, zum eige­nen Volk, zur eige­nen Kultur und zum eige­nen Zugang zu Gott ver­sa­gen muss.

Diese Lehre erzeugt im Uni­ver­sa­lis­ten einen tiefen, schwar­zen Neid auf alle die mit sich selbst im Reinen sind. Dieser unbe­wuss­te Neide dringt als mora­li­sches Gesäu­sel nach außen. Er will die ganze Welt in seine Schwär­ze ziehen, um nicht durch andere an das erin­nert zu werden was er ver­lo­ren hat. Der mani­sche Bekeh­rungs­zwang, das fieb­ri­ge Mit­tei­lungs­be­dürf­nis und das ent­grenz­te Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl für „See­len­heil“ oder „Fort­schritt“ der „Mensch­heit“ ist undenk­bar für jeman­den der mit sich im Reinen ist, der mit seinem Land ver­bun­den oder mit seinem gelieb­ten Men­schen glück­lich ist. (Ein Über­schuss an Kraft und Lei­den­schaft, der sich in Kunst und großer Poli­tik äußert, indem Kraft­men­schen und Genies ganze Jahr­hun­der­te in ihren Bann reißen, ist sich gerade selbst genug, drängt sich nicht mora­lis­tisch auf, kennt seinen Zenit und seine Grenze und hat mit Uni­ver­sa­lis­mus nichts zu tun.) 

Er rela­ti­viert die Werte, ver­nich­tet die Gren­zen, ver­führt die Männer und Frauen, zer­stört die Liebe, ent­weiht alles Hei­li­ge, schän­det jeden Tempel, macht ach noch alles „extra-com­mer­ci­um“ zur Ware. Das ist die rela­ti­vis­ti­sche Hure­rei des Uni­ver­sa­lis­mus, mit der die Men­schen und Völker unfä­hig zum Eros macht. Es ist die Ablen­kung die Ver­füh­rung, die Gewöh­nung und Abhän­gig­keit von der moder­nen Welt und ihren fal­schen Lich­tern, die künst­li­che urbane Asphalt­bat­te­rie, in die der Uni­ver­sa­lis­mus Natur und Kultur trans­for­miert und die auch uns, ihre Insas­sen zu trans­hu­ma­nen Kunst­pro­duk­ten zurich­tet. In dieser Welt stei­gert sich die Sehn­sucht und Emp­fin­dung der Leere ins uner­mess­li­che, doch die Heimat, das Volk, die Liebe und die Werte sind ver­schwun­den. Der Rausch des Hedo­nis­mus, die unun­ter­bro­che­ne Flucht vor sich selbst beginnt.

Sobald der Uni­ver­sa­lis­mus so zer­setzt und rela­ti­viert, gelo­ckert und auf­ge­ris­sen hat, kommt die Phase der Pene­tra­ti­on, der Ver­ge­wal­ti­gung, des Nati­onbuil­dings, des Tota­li­ta­ris­mus und seiner neuen „Wahr­heit“. Auf allen Kanä­len trich­tert er seine mono­li­thi­sche Lehre in die Hirne, ver­kün­det, das er jede Suche, jede Frage, ja die Leere und Halb­heit selbst ange­schafft hat, oder das per Fort­schritt bald tun werden. Er stellt sich selbst als die wahre Erfül­lung, das End­ziel der Geschich­te, der reli­giö­sen und phi­lo­so­phi­schen Wahr­heits­su­che des Men­schen dar. Nichts darf außer­halb seines Rah­mens gedacht werden. Wo er Reise- und Kon­sum­frei­heit gibt, nimmt er immer Denk- und Glau­bens­frei­heit. Selbst die här­tes­te tra­di­tio­na­le Dik­ta­tur ist geis­tig freier als die uni­ver­sa­lis­ti­sche Ideo­lo­gie. Sie will Fami­lie, Volk und Vater­land abschaf­fen und durch Indi­vi­dua­lis­mus und Mensch­heit. Das ist das ein­hel­li­ge Feind­bild all ihrer ideo­lo­gi­schen und reli­giö­sen Formen.

Die „indi­vi­du­el­le Frei­heit“ die sie bringt ist nichts ande­res als das Gefäng­nis der uner­füll­ba­ren, mani­schen Lust, der jede echte Frei­heit ver­wehrt ist. Ihr Indi­vi­du­um kann gerade keine Erfül­lung in der wahren Liebe, der Fami­lie, dem Volk und der Heimat finden, wes­we­gen es gar keine echte, erfüll­te Iden­ti­tät mehr finden, ja gar nicht mehr denken und suchen kann. Die „Mensch­heit“ die in einer drögen und mora­lin­sauren „sozia­len Wärme“ als neues Idol hin­ge­stellt wird ist nichts als die zah­len­mä­ßi­ge Summe all dieser Mona­den. Jeder Kampf, jede Grenze, jeder Hier­ar­chie, jedes Ritual ist abge­schafft. Die Men­schen hassen nicht mehr. Sie lieben aber auch nicht mehr. Sie leben nicht mehr.

Das ist die tiefe Wahr­heit unse­rer Lieb­los, und leb­lo­sen Zeit, voller Pornos, Bezie­hungs­ratge­ber, Lebens­ab­schnitts­part­ner, Wunsch­kin­der, Trau­er­ar­beit, The­ra­pi­en, Part­ner­bör­sen und sozia­len Netz­wer­ken aber ohne echter Liebe, echtem Leid, echtem Werben,  und echter Gemein­schaft. Was bleibt uns? Uns bleibt die Treue zum Eros, die Treue zu einem Ideal, das wir viel­leicht nur mehr in seinem Entzug und fehlen wahr­neh­men, wie das zarte Strei­chen eines Haares über die Wange, wie ein flüch­ti­ger Duft in seinem Ver­schwin­den. Treue halten, das heißt nicht mit zu gehen wo treue Liebe, Treue zu Heimat und Volk abge­schafft werden. Das heißt die Wahr­heit und Ehre dieser Werte auf­recht zu halten und nicht ihren moder­nen, mate­ria­lis­ti­schen Ent­ar­tun­gen wie Natio­na­lis­mus und Ras­sis­mus zu ver­fal­len.

Das heißt aber auch sie nie­mals zu tren­nen und in ihnen allen letzt­lich das Leuch­ten des Eros, der Liebe zu erken­nen, die echte Männ­lich­keit und echte Weib­lich­keit ebenso zum Gegen­teil der heu­ti­gen Men­schen­hül­len macht, wie Wahr­heit, Gerech­tig­keit und Mensch­lich­keit nichts mit dem herr­schen­den Uni­ver­sa­lis­mus zu schaf­fen haben. Hier und mit diesen mah­nen­den Worten soll dieser Text enden, muss sich die euro­päi­sche Jugend auch bewusst machen, dass sie, wenn sie im tiefs­ten und sakrals­ten Geheim­nis ihres jungen Daseins, der geschlecht­li­chen Liebe als Ver­ei­ni­gung und Erfül­lung, den herr­schen­den Libe­ra­lis­mus nicht über­win­det, jede echte Wie­der­ge­burt der Liebe zu Volk und Heimat ebenso unmög­lich sein wird. Denn und auch  nur hier und so fügt sich alles inein­an­der, liegt der wahre Grund der ent­hemm­ten Mas­sen­ein­wan­de­rung, die ohne unse­rem leib­see­li­schen Aus­bren­nen und eth­no­kul­tu­rel­lem Aus­ster­ben gar nicht mög­lich wäre. Wer das als „illu­so­risch“ abtut, sollte sich fragen, ob er, wenn er zu Vega­nis­mus, Akti­vis­mus Repres­si­on, Iso­la­ti­on, und weiß der Geier was bereit ist, vor diesem klei­nen und unspek­ta­ku­lä­ren Schritt aus einem Kern­be­reich des libe­ra­lis­ti­schen Sys­tems, solche Angst und sol­chen Abscheu hat und was „Treue“ zu Volk und Heimat in seinen Worte bedeu­tet wenn er sie nicht einmal gegen einen Men­schen leben kann.