Der Kult­film von David Lynch wird in der Regel mit Anar­chis­mus asso­zi­iert. Die meis­ten ein­ge­fleisch­ten Anar­chis­ten weisen das aber von sich und nennen ihn “faschis­to­id”. Und wirk­lich: Der ver­schwo­re­ne Män­ner­bund, der hinter Pro­jekt Chaos steckt, die Initia­ti­ons­ri­tua­le, die Bedeu­tung des Kamp­fes und des Schmer­zes als inne­res Erleb­nis — all das passt nicht in die bunte, hier­ar­chie­feind­li­che Dro­gen­welt des anti­fa­schis­ti­schen Trans­gen­der-Haus­pro­jekts. Auch das Ziel von Tyler Durden, ent­spricht so gar nicht der urba­nen, künst­li­chen Welt in der sich dieses Milieu ein­fin­det und wohl­fühlt:

 

In der Welt, die ich sehe, jagst du Elche durch die feuch­ten, bewal­de­ten Schluch­ten rund um die Ruinen des Rocke­fel­ler Center… Du trägst Leder­sa­chen, die den Rest deines Lebens halten werden… Du klet­terst die dicken Kutso-Ranken empor, die den Sears Tower umschlin­gen… Ein Blick hin­un­ter, und du siehst win­zi­ge Gestal­ten, die Mais stamp­fen… Und Strei­fen von Wild­bret auf der leeren Über­hol­spur eines ver­las­se­nen Super-High­way aus­le­gen…”

 

Das ist eher eine Sehn­sucht nach einer ursprüng­li­chen Ein­heit mit der Natur, nach der orga­ni­schen Stam­mes­ge­sell­schaft und der Frei­heit, die nur eine poli­tisch plu­ra­lis­ti­sche Welt mit sich bringt. Die Bot­schaft dieses Films ist in ihrem Kern anti­mar­xis­tisch, anti-judäochrist­lich und anti­auf­klä­re­risch. Wir mögen diesen Film. Tyler Durden ist einer von uns. Einer, der sich um ein men­schen­wür­di­ges Leben, ein Schick­sal betro­gen sieht und sich mit Plas­tik-Gad­gets nicht abspei­sen lassen will. Ähn­lich wie Clock­work Orange spie­gelt dieser kranke Film eine kranke Gesell­schaft wieder. Er suhlt sich aber nicht in deren Krank­heit, wie etwa ein fader Woody-Allen-Strei­fen. Er zeigt einen mög­li­chen Ausweg, eine Reak­ti­on durch eine Kathar­sis in Chaos und R-Evo­lu­ti­on. Der Film trägt zwar den multi-eth­ni­schen, vul­gä­ren, dekadenten,Hollywood-Ungeist in sich. Und er funk­tio­niert auch als PC-Pop­corn­ki­no, was seine Beliebt­heit erklärt. Für den ver­stän­di­gen Beob­ach­ter trägt er als Meta­pher auch die Wider­le­gung dieser künst­li­chen Schein­welt in sich. Eine Bot­schaft, die sich in den Völ­kern Euro­pas weit­aus gesün­der und groß­ar­ti­ger nie­der­schla­gen könnte als in bloßen Van­da­lis­mus.