Wenn wir die Welt als das defi­nie­ren, was zwi­schen den Men­schen ist, dann kann dieses “Dazwi­schen” zer­stört werden, wenn ich die Begrif­fe, aus denen es besteht, über­deh­ne. Wenn z. B. ein Jeder Frau sein kann, dann ver­liert der Begriff „Frau“, wenn jeder jeden hei­ra­ten kann, dann ver­liert der Begriff „Ehe“ seine Bedeu­tung. Die Welt kann sehr wohl unend­lich ver­schie­den inter­pre­tiert werden, die Inter­pre­ta­ti­on ist jedoch nicht belie­big, sie hat Gren­zen. Ich folge hier Umber­to Ecos Ver­ständ­nis von den Gren­zen der Inter­pre­ta­ti­on, und er unter­schei­det, ver­kürzt gesagt, zwi­schen inter­pre­tie­ren und benut­zen. Beides ist mög­lich, doch trennt sich das Benut­zen vom ursprüng­li­chen Text — die Welt ist für Eco Text.  Wenn das, was ich über die Welt sage, keine inter­sub­jek­ti­vier­ba­ren, kon­tex­tu­el­len Refe­ren­zen mehr hat, dann inter­pre­tie­re ich nicht mehr, dann benut­ze ich. Im Klar­text, man sieht keinen Zusam­men­hang mehr zwi­schen dem Text und dem, was mir sein Benut­zer sagt. Ich über­tra­ge Ecos Ansatz auf die poli­ti­sche Debat­te, respek­ti­ve auf den meta­po­li­ti­schen Kampf, denn der Begriff „Debat­te“ taugt hier  per Defi­ni­ti­on nicht mehr.

 

Noch einmal: Wenn wir die Welt als das defi­nie­ren, was zwi­schen den Men­schen ist, dann kann es dieses Dazwi­schen zer­stö­ren, wenn ich die Begrif­fe über­deh­ne. Begin­ne ich dann auch noch Teil­neh­mern dieser Welt ihre bloße Exis­tenz abzu­spre­chen — Völker, Männer, Frauen — und erfin­de dafür völlig neue Wörter — Bevöl­ke­rung, cis­ma­le­gen­der etc. — dann zer­stö­re ich diese Welt, dieses Dazwi­schen. Dies been­det unter ande­rem auch die Poli­tik. Für einen linken Willen zur Macht ist dies höchst taug­lich. Ich sehe indes in unse­rer rech­ten Meta­po­li­tik eine andere Qua­li­tät, und die liegt  darin, dass sie keine Neo­lo­gis­men ver­wen­det, son­dern die Leute wieder an die ursprüng­li­che Bedeu­tung der (selbst­ver­ständ­li­chen) Wörter her­an­führt. Das hat den Vor­teil, dass sie sich dann in einem seman­ti­schen Feld kon­tex­tua­li­sie­ren, wel­ches über Jahr­tau­sen­de gewach­sen ist und mit dem eine ganz andere, grö­ße­re und tat­säch­li­che Öffent­lich­keit umge­hen kann. Auf Deutsch: Die Leute ver­ste­hen was gemeint ist. Wir erzeu­gen also Öffent­lich­keit.  Wir sind die­je­ni­gen, die die Fake­öf­fent­lich­keit, von der Thor v. Wald­stein spricht, ablö­sen, und zwar durch die beschei­de­ne Rück­bin­dung an Heimat, Spra­che und Tra­di­ti­on. Dage­gen ging und geht der linke Ansatz der Meta­po­li­tik davon aus, dass diese Welt in der wir leben, zer­stört werden muss, damit eine Utopie ent­ste­hen mag, die noch nicht einmal jemand kon­kret beschrie­ben hat . Des­halb hat man sich auf deren Seite auch nie Gedan­ken gemacht, ob und wie das Ganze denn funk­tio­nie­ren soll. Die begrenz­te Fan­ta­sie der Uto­pis­ten eben.

 

Wenn ich mir die Kritik der Linken an der Neuen Rech­ten im All­ge­mei­nen und an den Iden­ti­tä­ren im Beson­de­ren anhöre, dann gibt es da gerne den Vor­wurf des “Reduk­tio­nis­mus”. So gewählt drückt man sich zwar selten aus, es ist von “Popu­lis­mus” die Rede, von “ein­fa­chen Lösun­gen”… doch gemeint ist immer die angeb­lich fahr­läs­si­ge Ver­ein­fa­chung. Man lässt die Schlüs­sel­wör­ter aus­klin­gen und über­lässt es dem Adres­sa­ten, sich eine Unmög­lich­keit oder Schreck­li­che­res aus­zu­ma­len. Doch tat­säch­lich bedarf der poli­ti­sche Raum des Reduk­tio­nis­mus. Gerade in einer poten­zi­ell unend­lich inter­pre­tier­ba­ren Welt ist ein gewis­ser Reduk­tio­nis­mus unver­meid­lich. So landen wir bei Nietz­sches Erkennt­nis der per­spek­ti­vi­schen Wahr­heit. Inter­pre­ta­tio­nen mögen unver­ein­bar sein, doch sie blei­ben Inter­pre­ta­tio­nen, man gesteht sich unter­schied­li­che Mei­nun­gen zu, spricht sich jedoch nicht ein­sei­tig die Exis­tenz­be­rech­ti­gung ab.

 

Die Ant­wor­ten der Iden­ti­tä­ren sind  weder simpel noch unüber­legt. Sie sind kom­plex statt kom­pli­ziert, und, was den Gegner ent­setzt, sie sind  auch noch all­ge­mein ver­ständ­lich. Damit sind sie  inter­sub­jek­ti­vier­bar und fal­si­fi­zier­bar. Eine Eigen­schaft, mit der Uto­pis­ten nur selten glän­zen. Wir benen­nen Opfer und Täter, wir zeigen fried­li­che Alter­na­ti­ven auf.  „Defend Europe“ sei hier nur als das mar­kan­tes­te Bei­spiel genannt. Dies ist bereits ein Anfang der oben erwähn­ten neuen Öffent­lich­keit, welche die alte, poli­ti­sche Öffent­lich­keit ist, denen die Linke vor knapp ein­hun­dert Jahren den Kampf ansag­te. Nun gibt es eine Per­spek­ti­ve, aus der wir die Moder­ne als einen Ver­such der tota­len Erklär­bar­keit von Allem anse­hen können. Im post­mo­der­nen Neu­sprech die „Trans­pa­renz des Bösen“. Dieser Ansatz for­dert die totale Erklär­bar­keit eines Begrif­fes aus einem ande­ren, und damit die Kon­stru­ier­bar­keit. Er macht die Wörter aus­tausch­bar — und zwar unbe­dingt. Da ist es wieder, unser Stich­wort von der Bedingt­heit, dies­mal in seiner Ver­nei­nung als „unbe­dingt“, und das Unbe­ding­te wird ein­fach gefor­dert.

 

Es gibt indes ein mate­ri­ell Vor­han­de­nes, das solch einen Ansatz unter­stützt, und dabei han­delt es sich um das wis­sen­schaft­lich-tech­nisch Mach­ba­re. Die einen nennen es das “Gestell”, Eisen­how­er sprach vom “mili­tä­risch-indus­tri­el­len Kom­plex”, Macken­zie Wark nannte es noch schnö­der den “military-entertainment-complex”…Ein gutes Bei­spiel für den Glau­ben daran ist für mich der Pod­cast „Alter­na­tiv­los“ von Frank und Fefe. Das sind hoch kom­pe­ten­te Techies, die durch­aus und gern über den Tel­ler­rand gucken, und doch glau­ben sie eben an diese Mach­bar­keit, an das Exper­ten­ur­teil, und gru­seln sich vor rech­ten Dun­kel­män­nern mit ein­fa­chen Lösun­gen. Was ich da bis­lang ver­mis­se ist die Ein­sicht in das dark enligh­tement, die dunkle Auf­klä­rung, wie sie Nick Land beschreibt, der sehr genau die struk­tu­rel­len Fallen einer wis­sen­schafts­gläu­bi­gen Moder­ne auf­zeigt. An dieser Stelle inter­es­siert mich die cathe­dral, sein Begriff für einen aka­de­misch-kom­mer­zi­el­len Kom­plex, der auf der oben erwähn­ten Wis­sen­schafts­gläu­big­keit basiert, welche den grund­sätz­lich respekt­lo­sen Ansatz der freien For­schung unter­höhlt. Ja, Fern­seh­pro­fes­sor Lesch sagt, über­zo­gen for­mu­liert, der aka­de­misch-kom­mer­zi­el­le Kom­plex “irre sich empor”, da könne es schon mal zu Umwe­gen kommen, am Ende würde alles gut, man dürfe eben keinen Unsinn reden. Mir liegt es auf der Zunge zu sagen, der aka­de­misch-kom­mer­zi­el­le Kom­plex  irre sich immer weiter auf ein schma­les Brett hinaus.

 

Wie auch immer, genau hier setzt die eta­blier­te Poli­tik mit dem Wort von der Alter­na­tiv­lo­sig­keit (sic) an. Es sei sinn­los, ein­fa­che Ant­wor­ten zu ver­lan­gen, es sei gefähr­lich, eine maß­lo­se Ban­ken­bürg­schaft im Plenum zu lesen etc…man müsse den Exper­ten ver­trau­en. Das ist natür­lich Pries­ter­herr­schaft, und diese ist das Gegen­teil sowohl von freier For­schung wie vom Poli­ti­schen. Statt­des­sen ver­spricht diese Pries­ter­herr­schaft jedoch die Erlö­sung von allem und für jeden. Wir begeg­nen wieder Fayes Wun­der­glau­ben der Moder­ne, der Dinge ver­spricht, die mit der angeb­lich gefor­der­ten Ver­nunft schlicht nicht ein­zu­lö­sen sind. Die vielen Pläne der Moder­ne recht­fer­ti­gen sich mit Mit­leid, mit Gefüh­len und nicht mit Erkennt­nis,  am Ende, das würde man schon sehen, lauert dann das Para­dies. Fragt man dann jedoch die aka­de­mi­schen Exper­ten dazu, folgt ein end­lo­ses Sowohl-als-auch, der Aka­de­mi­ker ver­wei­gert sich der poli­ti­schen Hand­lungs­an­wei­sung. Braucht er ja auch nicht zu leis­ten, ist nicht sein Beritt.

 

Unlau­ter wird das erst, wenn sich die han­deln­de Poli­tik hinter ver­meint­li­chen Exper­ten­ur­tei­len ver­schanzt. Die totale Trans­pa­renz macht hand­lungs­un­fä­hig, da bekannt­lich alles mit allem zusam­men­hängt. Der totale Durch­blick ist als mys­ti­sche Erleuch­tung der Weni­gen in Ord­nung, wenn er jedoch als poli­ti­sches Betäu­bungs­mit­tel — nach dem Motto: „Mach erst mal deinen Doktor in in BWL und Quan­ten­phy­sik bevor du hier mit­re­den willst“ — ver­ab­reicht werden soll, dann ist was faul. Ent­spre­chend haben die Linken ihre Reli­gi­on noch je als „wis­sen­schaft­lich“ ver­kauft, der Macht­in­stinkt ließ sie sich für die Pries­ter­herr­schaft ent­schei­den.

 

Ich begann mit Ecos erwei­ter­tem Text­be­griff, und über­trug ihn auf die Welt, als dem Medium des Poli­ti­schen. Diese Welt kann nun nach Eco in unend­lich unter­schied­li­cher Weise gedeu­tet werden, jedoch eben nicht belie­big. Woran machen wir diesen Unter­schied fest, die Tren­nung zwi­schen Inter­pre­ta­ti­on und Benut­zung? Belie­bi­ge Inter­pre­ta­tio­nen wären in diesem Zusam­men­hang Deu­tun­gen, welche den Kon­text, also die still­schwei­gen­den Ver­ein­ba­run­gen, welche zum Erhalt der Welt not­wen­dig sind, ver­let­zen. Ich will das ein­gangs gege­be­ne Bei­spiel noch einmal etwas aus­fal­ten. Eine Aus­deh­nung der öffent­li­chen, erwach­se­nen Geschlech­ter­rol­len auf drei oder mehr ist so eine Ver­let­zung. Wie viel ver­schie­de­ne Pis­soirs sollen errich­tet werden, sollen wir uns alle auf den Geh­steig ent­lee­ren, oder soll es eben den Beson­de­ren gestat­tet werden die Gewöhn­li­chen zu behel­li­gen, statt anders herum, wie es angeb­lich bis­lang geschieht? Sei das nun durch Auf­wen­dun­gen, für das dritte, vierte…wievielte (?) öffent­li­che Pis­soir für die tra­gisch Ver­an­lag­ten, oder unan­ge­neh­me Über­ra­schun­gen für die Vielen beim per­sön­li­chen Geschäft.

 

Hier werden Dinge in die Öffent­lich­keit über­tra­gen, welche ins Pri­va­te gehö­ren, und dies tun sie mit gutem Grund. Es ist ja bei­spiels­wei­se ganz rich­tig, dass es schon immer und über­all Herm­aphro­di­ten gab. Doch ent­spre­chend unter­schied­lich wurde zu allen Zeiten und allen Orten damit umge­gan­gen. Eine Gefähr­dung des poli­ti­schen Raumes, denn das ist ja rec­laim the stre­ets — erobert die Straße zurück — scheint mir da eine dumme Idee. Denn in der Kon­se­quenz besei­tigt dies die Öffent­lich­keit und damit auch den poli­ti­schen Raum, auf den man angeb­lich zugrei­fen will, weil dann eben immer mehr Benimm­re­geln ent­ste­hen statt der ange­prie­se­nen Frei­heit. Neben­bei wäre dies eine nega­ti­ve Frei­heit, welche gegen die posi­ti­ve Frei­heit, als welche die Öffent­lich­keit gedacht war, ein­ge­tauscht würde. Sowas kann man wollen, doch dann spielt man mit Tota­li­ta­ris­mus herum. Die Öffent­lich­keit wird gebraucht, und doch ver­mis­sen wir sie schon lange, denn sie wird mit der tan­ten­haf­ten Bes­ser­wis­se­rei der Tech­no­kra­ten und dem gesell­schaft­li­chen Dau­er­feu­er des Info­tain­ment ver­ne­belt.

 

Die Glo­ba­lis­ten und ihre linken Büttel nehmen ein vor­geb­li­ches Exper­ten­wis­sen in Anspruch, das sie davon ent­bin­den soll, für ihre geschei­ter­te Poli­tik Rechen­schaft abzu­le­gen. Wir wären wohl alle neu­gie­rig auf eine umfäng­li­che Erklä­rung, welche uns die Alter­na­tiv­lo­sig­keit des Großen Aus­tauschs einmal aus­buch­sta­biert und die über bloße Behaup­tun­gen hin­aus­geht. Wenn, dann werden uns die bekann­ten „Ein­zel­fäl­le“ und genia­len Aus­nah­men erfolg­rei­cher Inte­gra­ti­on anhand von Show­stars vor­ge­be­tet. Die Regel­fäl­le, um nicht den Fetisch der Masse zu bemü­hen, blei­ben außen vor. In den lit­ur­gi­schen Texten der Linken findet sich ein Wort für den real exis­tie­ren­den Rea­li­täts­ver­lust der Herr­schen­den, der sich hier abzeich­net —  His­to­ri­scher Wider­spruch. Auf Deutsch: „Ich habe hier einen großen Mist ange­rührt, aber lass mich nur machen, am Ende wird’s toll.“ Wie stets lässt dieses glück­li­che Ende auf sich warten.

 

Die Zeiten der oppo­si­ti­ons­lo­sen Tech­no­kra­ten­herr­schaft sind jedoch vorbei. Dies hat auch damit zu tun, dass die Iden­ti­tä­ren eben keinen dump­fen Popu­lis­mus betrei­ben. Die Iden­ti­tä­re Idee bietet viel­mehr Anknüp­fungs­punk­te, eben weil sie auf all­ge­mei­ne und all­ge­mein­ver­ständ­li­che Bedingt­hei­ten ver­weist: Spra­che, Her­kunft, Tra­di­ti­on. All die unzäh­li­gen, angeb­lich so unüber­sicht­li­chen Schwie­rig­kei­ten, auf die das uni­ver­sa­lis­ti­sche Pro­jekt der Glo­ba­li­sie­rung aller­or­ten stößt, ent­ste­hen mit schö­ner Regel­mä­ßig­keit genau dort, wo zen­tra­lis­ti­sche Vor­ha­ben der Glo­ba­li­sie­rer auf eth­nisch beding­te Tat­sa­chen stoßen. Das sind natür­lich Situa­tio­nen, denen der Glo­ba­list in seinen just in time, auf die Schnel­le ver­füg­ba­ren work spaces  und welt­weit stan­dar­di­sier­ten Suhi-Bars nicht begeg­net. Die Iden­ti­tä­re Idee jedoch, welche den Blick bei auf­tre­ten­den Schwie­rig­kei­ten zunächst auf die jeweils unter­schied­li­chen Bedingt­hei­ten von Spra­che, Her­kunft und Tra­di­ti­on lenkt, gibt den Leuten ihren jewei­li­gen sprach­li­chen Aus­druck zurück. Das ist eine Vor­be­din­gung des Poli­ti­schen und ich ver­ste­he das Poli­ti­sche hier als den gewalt­frei­en Aus­tausch dar­über, wie unsere Welt aus­se­hen soll. Somit geht der Vor­wurf des Popu­lis­mus ins Leere. Er wäre gerecht­fer­tigt, wenn wir finger poin­ting betrei­ben würden, ein­zel­ne Leute oder irgend eine ein­zel­ne Gruppe ver­ant­wort­lich mach­ten, seien das nun die Bil­der­ber­ger, die Isla­mis­ten oder selbst die Ech­sen­herr­scher aus dem All. Keiner dieser Grup­pen gehört meine Sym­pa­thie, doch darum geht es nicht. Nein, wir stel­len ledig­lich fahr­läs­si­ge Dumm­heit bloß, wo sie auf­taucht. Das war noch stets das Mittel der Wahl für den poli­ti­schen Wider­stand. Der Blick auf die Bedingt­hei­ten durch Spra­che, Her­kunft und Tra­di­ti­on ist not­wen­dig ein immer neuer, und damit übri­gens plu­ra­lis­ti­scher.

 

Gerade die ersten Opfer des Großen Aus­tauschs, näm­lich die unmün­di­gen, elen­den Massen, die mit fal­schen Ver­spre­chun­gen nach Europa ver­schifft wurden und werden, mit denen zu reden wir angeb­lich erst einmal lernen sollen, können mit Begrif­fen wie Spra­che, Her­kunft und Tra­di­ti­on sehr wohl etwas anfan­gen. Hier erzie­len wir viel schnel­ler Klar­heit als bei dem linken Geschwur­bel über Gen­der­main­strea­ming und Trans­ras­sis­mus. Ver­set­ze ich mich in die linken Fan­ta­si­en der Glo­ba­li­sie­rer hinein, erscheint vor meinem Auge der letzte Mensch, der Bloom. Ein sym­pa­ti­scher Bil­dungs­bür­ger mit bunt­ge­misch­ten Vor­fah­ren, char­man­ter Kos­mo­po­lit und elo­quen­ter Phil­an­trop — Konsum, “Life­style”, Jetset, “work-life-balan­ce”, vegan, tole­rant, libe­ral, mul­ti­kul­ti, alter­na­tiv. Das uni­vera­lis­ti­sches Para­dies auf Erden. Wie schön könnte es doch sein — ein jeder ein Bloom. Allein, in meine enge, weiße, deut­sche Stirn will das nicht rein­ge­hen. Denn wir sind West­fa­len, Bayern, Schwa­ben, Preu­ßen, Deut­sche, Fran­zo­sen, Ita­lie­ner, Spa­ni­er, Euro­pä­er. Wir sind Frauen und Männer, Väter, Mütter, Brüder, Schwes­tern, Söhne und Töch­ter — wir sind Iden­ti­tä­re. Unsere — “reduk­tio­nis­ti­schen” Ideen von Her­kunft, Spra­che und Tra­di­ti­on sind es, die die Wie­der­ge­win­nung des Poli­ti­schen brin­gen werden.